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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

GGR - Diverses

Der Bund, 27. März 1985

Der Grosse Gemeinderat von Worb verabschiedete die Gegenvorschläge zu drei Volksinitiativen

(siehe Kommentar unter Presseschau Rüfenacht: Baustop-Initiativen)

(Zusammensetzung der Kommisisonen siehe unter Kommissionen)

Und ausserdem ...

Für das Zivilstandsamt wurde die Stelle einer Mitarbeiterin geschaffen. Vize-Gemeinderatspräsident Hans Hirsbrunner rechnete vor, dass diese Lösung die Gemeinde günstiger zu stehen kommt, als wenn der Zivilstandsbeamte nicht in der Gemeindeverwaltung arbeiten würde. Nötig war die Stellenschaffung geworden, weil beim neuen Zivilstandsbeamten die Ehefrau nicht mehr mitarbeiten kann (wie bei seinem Vorgänger).

Aufgrund überwiesener Motionen und Postulate wird für die Gemeindebetriebe ein Service- und Reparaturlift angeschafft, der Ausbau der Kunsteisbahn Hofmatt zum regionalen Eissportzentrum geprüft, der Fussweg zwischen der Worbstrasse und der alten Bernstrasse wenn möglich wieder geöffnet und geprüft, ob sich bei Wahlen in Rüfenacht und Worb ein zweites Wahllokal öffnen liesse. Ein Postulat für die Übernahme der Prämien der Haftpflichtversicherung für Fahrradhalter durch die Gemeinde wurde dagegen nicht überwiesen.

BZ, 25. Juni 1985

Worb

Verwaltungsrechnung genehmigt

ikh. Obwohl die Worber Verwaltungsrechnung 1984 gegenüber dem Vorjahr schlechter abschloss - was laut Gemeindepräsident Walter Trindler vor allem auf einen Minderertrag bei den Steuern zurückzuführen ist - wurde sie als «noch gut» bezeichnet und vom Grossen Gemeinderat (GGR) gestern Montag abend genehmigt. Die Motion Rolf Müller (SP) betreffend Verkehrsplanung in Rüfenacht wurde überwiesen und sogleich abgeschrieben, da Vorschläge bereits vorliegen und das Volk demnächst informiert wird. Die Motion von Peter Helbling (SP) betreffend Schaffung infrastruktureller Einrichtungen im Dorfkern von Rüfenacht wurde vom GGR als Postulat überwiesen.

BZ, 21. Januar 1986

Referendum zustandegekommen

Worber können über Radweg befinden

Die Worber Stimmberechtigten werden demnächst an der Urne über den geplanten Radweg von der Industriestrasse bis zur Kirchgasse entlang der Bernstrasse befinden. Gegen den entsprechenden Beschluss des Grossen Gemeinderates (GGR) ist das Referendum zustande gekommen. Dies wurde gestern abend im GGR Worb bekannt.

ikh/uh. Nach der Wahl von René Bauer zum Präsidenten des Grossen Gemeinderates Worb wurden Willy Kilchenmann (SVP) zum Ersten Vizepräsidenten und Friedrich Jenzer (EVP) zum Zweiten Vizepräsidenten bestimmt. Als Stimmenzähler beliebten Jürg Wettstein (FDP) und Kurt Baum (FWW). Als Nachfolger des weggezogenen Rolf Müller wurde Alfred Forster (beide SP) in die Primarschulkommission Rüfenacht-Vielbringen gewählt.

Die Neuregelung der Kehrichtabfuhr (siehe BZ vorn Montag) gab auch im GGR zu Diskussionen Anlass. Gemeinderat Feitknecht stellte in Aussicht, dass der brennbare Kehricht in absehbarer Zeit mindestens einmal wöchentlich abgeholt werden soll.

Gesprächsstoff liefert auch der Verkauf der Liegenschaft 59 in Vielbringen. Der Gemeinderat beantragte, den Bauernhausteil und die Parzelle von 680 Quadratmetern für 150'000 Franken an den Gemeindeangestellten Hans-Rudolf Brand zu verkaufen. Richard Braun (FWW) forderte «mehr Transparenz in diesem Geschäft» und verlangte mit einem Rückweisungsantrag, die Liegenschaft sei öffentlich auszuschreiben. Mit zwei Gegenstimmen wurde er jedoch abgelehnt. Mit 17 Ja gegen 16 Nein kam dagegen der Antrag von Annemarie Nöthiger (FWW) durch. Diese verlangte, im Vertrag mit Hans-Rudolf Brand sei der Gemeinde ein Vorkaufsrecht einzuräumen. Mehrheitlich beschloss der Rat schliesslich den Verkauf der Liegenschaft.

Der Bund, 11. September 1996

WORB

Finanzplanung: Zuweilen lesen sie zwischen den Zeilen

Was die Gemeinde demnächst anpackt und wo sie investiert, lässt das Parlament nicht kühl.

kan. Keine Frage, auch Worber Papier ist geduldig. Dass sich zwischen den Zeilen hie und da etwas Brisantes verbirgt, entdeckten die Parlamentsmitglieder beim Durchblättern der Vorschau 1997 und der Finanzplanung 1997 bis 2002. Fast alle Departementscbefs mussten denn auch Red und Antwort stehen, so auch Gemeindepräsident Peter Bernasconi. SVP-Präsident (und Gemeinderatskandidat) Ulrich Wäfler nahm die Besprechung der Vorschau zum Anlass, die Informationspolitik des Gemeinderats zu kritisieren.

Es gehe doch nicht an, dass die Trends des nächsten Budgets voreilig veröffentlicht würden und die Finanzkommission davon nichts wisse, rügte er. So deutlich die Kritik vorgetragen wurde, so unmissverständlich konterte der Gemeindepräsident: Kaum eine andere Gemeinde habe ein solch ausführliches Gemeindeblatt wie Worb. Regelmässige Informationsgespräche mit der Presse garantierten ausserdem, Gerüchten und Falschmeldungen vorzugreifen, fügte er an.

Echte Zankäpfel wurden in der Vorschau allerdings keine ausgemacht, oft führten Verständnisfragen oder redaktionelle Änderungen die Redner ans Pult. Viel vorgenommen hat sich die Schulvorsteherin Anneke Ramseier. Etliche der aufgelisteten Aufgaben seien aber «von aussen vorgegeben», andere stünden erst zur Diskussion. Von ihrem Pensum etwas abgeben will die abtretende Gemeinderätin Rosmarie Ueltschi: So streikt sie etwa bei der Behandlung des Jugendtreffs als New-Public-Management-Produkt und delegiert dieses an Peter Bernasconi, «weil es mein Auffassungsvermögen übersteigt».

Geldsorgen statt Geldsegen

«Etwas mehr Fleisch am Knochen» hatte Jürg Bichsel (fww) von der Finanzplanung erwartet. Nach dem erfreulichen Zwischenhoch in der Worber Kasse, stehen wieder magere Jahre an. Allein fürs kommende Jahr wird mit einem Defizit von über 300'000 Franken gerechnet, die Schuldenkurve nähert sich in Bälde wieder der 50-MillionenGrenze. Dem angekündigten Tiefgang begegnen will Jürg Bichsel mit Massnahmenplänen. «Wir müssen Gegensteuer geben», rief er der Gemeinderatsecke zu. Nicht untätig will auch die SVP bleiben. Ulrich Wäfler warnte davor, in eine New-PublicManagement-Euphorie auszubrechen: «Das ist kein Wundermittel.» Parteikollege und GPK-Sprecher Ernst Hauser betonte, dass nicht gespart werde, indem dringende Sanierungsarbeiten «nach hinten verschoben» würden. Die Forderung nach weiteren Sparübungen ging nun aber der SP zu weit: «Sagen Sie mir, wo wir sparen können?» fragte etwa Josef Stalder und fügte an, dass bewilligte Projekte nun halt auch ihren Tribut forderten.


Interpellation Planung: FDP fahndet nach Flops

kan. Absichtlich «provokativ» formuliere die FDP laut Roland Möschler in einer Interpellation Fragen zur Planung. Der Partei sei nämlich aufgefallen, dass in den letzten Jahren zwar viel geplant, aber wenig realisiert worden war. Dass Planung und Realität oft auseinanderklaffen, weiss zwar auch Roland Möschler: Fehlendes Geld und politische Prozesse verhinderten Projekte oft. Die FDP verlangt aber, dass der Gemeinderat flexibel auf verzögerte Vorhaben reagiert und etwa ein anderes Projekt vorzieht. «Die Gemeinde sollte sich nicht bloss auf ein paar Grossvorhaben fixieren. Die vorgesehenen Summen sollten wirklich ausgelöst werden, denn dies ist zur Erhaltung von Arbeitsplätzen notwendig», begründet Möschler. Vom Vorstoss wenig hält Gemeinderat Jürg Wettstein (fps): Von einer «unsorgfältigen Planung», wie die FDP schreibt, könne keine Rede sein. Dass äussere Einflüsse die Projekte verzögerten, sei klar. Die Investitionsplanung werde regelmässig revidiert, und dabei würden Möglichkeiten, die vorgesehene Investitionssumme auszugeben, geprüft. Im übrigen verstehe er die Interpellation als Wahlpropaganda der FDP. Entsprechend «kurz und Iapidar» falle seine Antwort an der nächsten Parlamentssitzung aus, kündet Wettstein an.


«Bären»-Kosten

kan. Die Gemeinde verzichtet bei der Überbauung des «Bären»-Areals auf ein Restaurant. Verändert hat sich gegenüber den ersten Plänen damit auch der Standort von Saal und Gemeindeverwaltung, die nun nicht in einem Gebäude zusammen mit dem Restaurant über dem Einkaufszentrum Coop gebaut werden. Diese Abweichungen verlangten neue Bearbeitungen und folgerichtig mehr Geld: 23'824 Franken genehmigte das Parlament zusätzlich zu den 100'000 Franken für die Projektphase III. Allerdings, so Gemeindepräsident Peter Bernasconi, konnten mit den zusätzlichen Mitteln die Kaufvorverträge bereits beurkundet werden.


Leistungslohn und Gehaltsklassen

kan. Erst kürzlich lehnte die Bevölkerung das neue Dienst- und Besoldungsreglement ab, das unter anderem einen höheren Lohn für den Gemeindepräsidenten vorgesehen hatte. Zwei Jahre bedingt sich der Gemeinderat nun aus, um eine neue Variante vorzulegen. Grundlage des neuen Reglements sind die Vorgaben des kantonalen Personal- und Besoldungsrechts. Ohne Diskussion räumte das Parlament seiner Exekutive die Übergangszeit ein. In dieser Zeitspanne müssen sämtliche Funktionen in neue Gehaltssysteme eingereiht, ferner die Leistungsbeurteilung überprüft und die Aufhebung des Beamtenstatus diskutiert werden.


Feuerwehr-Frauen

kan. Das neue Wehrdienstreglement wie es vom Parlament verabschiedet wurde, nimmt neu auch Frauen in die Pflicht. Dass nun die Frauen bei der nächsten Rekrutierung gleich zuhauf in die Feuerwehr drängten, wurde an der Parlamentssitzung aber auch von geübten Feuerwehrmannen nicht befürchtet.


Sanierte Lüftungen

kan. Die Wasserreservoire Wislen und Enggistein zählen zu den Hauptadern, welche die Gemeinde mit Wasser versorgen. Entsprechend sorgfältig müssen sie vor Ungeziefer, Sabotage, chemischen oder atomaren Störfällen und anderem geschützt werden. Das Parlament sprach 108'000 Franken zur Sanierung oder Neuerstellung der Lüftungen. Künftig darf keine ungefilterte Luft mehr auf die Oberfläche des Wassers in den Reservoiren dringen.

(Presseschau zum Ortsbus in seperatem Kapitel)

Der Bund, 17. März 1998

WORB

Bald grünt's so grün auf Rüfenachts Schulanlage

Seltene Einigkeit im GGR: Weder gegen die Sanierung des Schulhausdachs in Rüfenacht noch gegen die revidierte baurechtliche Grundordnung regte sich Opposition.

bas. «Es gibt zwei Sorten von Flachdächern: graue Steinwüsten und grüne Oasen», stellte Gemeinderat Ernst Hauser (svp) an der gestrigen Sitzung des Grossen Gemeinderats (GGR) von Worb fest. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier wünschen sich für die Schulanlage Rüfenacht die zweite Variante: Mit 38 zu 0 Stimmen bewilligten sie einen Bruttokredit von 588'000 Franken für die Sanierung der Flachdachbereiche des bald 30jährigen Baus. Diese sei fällig, hatte Hauser zuvor betont. Laut GGR-Unterlagen entspricht die Wärmedämmung nicht mehr den Vorschriften, zudem lässt die Wasserisolation zu wünschen übrig.

Geplant ist, die Flachdachfläche zu isolieren, abzudichten und zu bepflanzen. «Es ist erwiesen, dass die Vegetationsschicht schall-, wärme- und kältedämmend wirkt», sagte Hauser. Weiter soll das Projekt das Kanalisationsnetz entlasten und die Lebensdauer der Dachhaut verlängern. «Mit der Begrünung handeln wir ökonomisch und ökologisch sinnvoll», fasste Hauser zusammen. «Die ökologische Bauweise wird langsam, aber sicher zum Standard», wand Hans Ulrich Steiner, (gfl) dem Gemeinderat für das Projekt ein Kränzchen.

Bundesgeld lockt

Wegen des Investitionsbonus des Bundes lässt Worb die Arbeiten am Rüfenachter Schulhausdach zwei Jahre früher als ursprünglich geplant ausführen: Wenn sie bis Ende Oktober abgerechnet sind, fliessen maximal rund 90'000 Franken in die Gemeindekasse. Der Schlusspunkt hinter die energietechnische Gesamtsanierung der Rüfenachter Schulanlage soll im Jahre 2003 gesetzt werden: Dann kommen noch Fenster und Betonbauteile an die Reihe. Die haustechnischen Anlagen sind schon vor wenigen Jahren saniert worden. Im zweiten Anlauf stimmte das Parlament 1995 entgegen dem Willen etlicher Bürgerlicher ganz knapp auch dem Einbau einer Solaranlage zu.

Vereinfachungen

Ebenfalls einstimmig genehmigte das Parlament gestern abend die Änderung der baurechtlichen Grundordnung (der «Bund» berichtete). Am 7. Juni werden Worbs Stimmberechtigte an der Urne darüber zu befinden haben. Sagen auch sie ja zur Vorlage, kommt es unter anderem zu verschiedenen Umzonungen. Für das Areal des Neuschloss beispielsweise wird die Schlosszone geschaffen. Dies ermöglicht dem Schlossherrn den Bau von Dienstgebäude und Gartenpavillon. Weiter würden für die Zonen für öffentliche Nutzung künftig gewöhnliche baupolizeiliche Bestimmungen gelten. Heute sind sie einer Zone mit Planungspflicht unterstellt. Eine Änderung im Baureglement betrifft ältere Gebäude: Deren Dachstöcke sollen neu unabhängig von der Ausnützungsziffer ausgebaut werden dürfen.

Der Bund, 18. März 1998

WORB

RBS feiert mit Bistro-Tram

bas. Seit exakt 100 Jahren ist Worb mit dem Blauen Bähnli ans Schweizerische Eisenbahnnetz angeschlossen. Dieses Jubiläum wollte Gemeindeparlamentarier Hans-Ulrich Steiner (gfl) gebührend gefeiert wissen: In einem Postulat regte er an, die Gemeinde solle sich engagieren, beispielsweise als Festkoordinatorin oder mit einer Defizitdeckung. Der Grosse Gemeinderat erklärte den Vorstoss am Montag für erheblich - und schrieb ihn auch gleich ab. Ein Organisationskomitee habe Steiners Anregungen zum Teil schon aufgenommen, und die RBS-Direktion plane einige Aktivitäten, informierte Gemeinderätin Anneke Ramseier. Tatsächlich hat der RBS einiges vor: So verkehrt von Anfang Juni bis Mitte Oktober dreimal wöchentlich abends ein Bistro-Tram zwischen Zytglogge und Worb, und am 10. und 11. Oktober sind in Bern und Worb Jubiläums-Anlässe geplant.

Darlehen nicht nur an Kaufdorf

bas. Die derzeit hohe Liquidität der Gemeinde und das tiefe Zinsniveau hätten Worbs Finanzverantwortliche veranlasst, nach möglichst guten Anlagemöglichkeiten zu suchen. Fündig geworden seien sie bei anderen Gemeinden, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi in der Sitzung des Grossen Gemeinderats in seiner Antwort auf eine Einfache Anfrage von Parlamentarier Andreas Born (fdp). Dieser wollte wissen, weshalb und zu weichen Bedingungen Worb der finanziell gebeutelten Gemeinde Kaufdorf ein Darlehen zur Verfügung gestellt hat (der «Bund» berichtete). Nicht nur Kaufdorf, sondern auch Oberwichtrach, Oberentfelden, Höchstetten, Schlosswil und Bremgarten hätten von Worb Darlehen erhalten, informierte Gemeindepräsident Peter Bernasconi. Die ausgeliehenen Beträge bewegen sich zwischen 100'000 und 1,5 Millionen Franken, die ausgehandelten Zinssätze liegen zwischen 2 1/16 und 3 1/2 Prozent.

Neue Worberinnen und Worber

bas. Das Worber Gemeindeparlament sicherte an seiner Sitzung vom Montag abend mehreren Personen das Gemeindebürgerrecht zu. Künftige Worberinnen und Worber sind die Eheleute Nallathamby und Judicia Suhirthamalar Nagarajah mit Sohn Prasanna Ekalaivan (srilankische Staatsangehörige), das Ehepaar Levent und Rita Cetin mit den Söhnen Jean-Pierre und Steven (türkische Staatsangehörige), das Ehepaar Goran und Milena Zivkovic mit den Söhnen Aleksandar und Milos (jugoslawische Staatsangehörige), Bagdat Öztürk (türkische Staatsangehörige) und Eleonore Torchetti (italienische Staatsangehörige).

BZ, 9. September 1998

Worb

Ortspolizei wurde deutlich abgelehnt

«In der Gemeinde Worb besteht kein sofortiger Handlungsbedarf in Sachen Ortspolizei.» Mit diesen Worten legte der Worber Polizeivorsteher Bruno Haldi dem Parlament nahe, die Motion der Freiheitspartei (FPS) nicht zu überweisen. Die FPS wollte den Gemeinderat beauftragen, zusammen mit den umliegenden Gemeinden im Amt Konolfingen eine gemeinsame Polizeiorganisation zu schaffen. Die Partei hatte eine starke Zunahme der Kriminalität festgestellt. Ursache davon sei «die schweizerische Asylpolitik, die es Kriminellen aus allen möglichen Ländern» ermögliche, in der Schweiz «widerrechtlichen Aktivitäten nachzugehen».

Diese Argumentation wurde von sämtlichen Parteien teilweise heftig kritisiert. Hans Ulrich Steiner von der Freien Liste: «Dies ist ein hinterhältiges, fremdenfeindliches Pamphlet.» Das Parlament folgte dem Antrag des Gemeinderates und verwarf die Motion.

ger


Der Bund, 9. September 1998

WORB

FPS ist abgeblitzt

ka. Das Ansinnen der Freiheits-Partei (FPS), eine neue regionale Polizeiorganisation zu schaffen, hatte am Montag keine Chance im Worber Parlament. Die Motion wurde mit nur zwei Ja-Stimmen zurückgewiesen. Es gehe darum, Ruhe, Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten, begründete Marc Wermuth (fps). Aus dem Parlament hagelte es Kritik: Ulrich Wäfler (svp) hatte Mühe mit dem Motionstext, «da darin Kriminalität und Asylpolitik auf problematische Weise gemischt werden». Hans Ulrich Joss (sp) warf den Motionären «Fremdenfeindlichkeit» und «Rechtspopulismus» vor. Die Motion sei «unsinnig, da zum Beispiel Überfälle gar nicht in den Kompetenzbereich der Gemeinde fallen», sagte Joss. Als «hinterlistiges Paket» bezeichnete Hans Ulrich Steiner von der Grünen Freien Liste den Vorstoss.

BZ, 9. September 1998

Worb

10. Schuljahr: Subvention für Private

Das Worber Gemeindeparlament hat eine Motion von Toni Maurer (EVP) an den Gemeinderat überwiesen. Die Gemeinde soll künftig auch jene Schülerinnen und Schüler mit maximal 4'000 Franken jährlich unterstützen, die ein zehntes Schuljahr an einer privaten Schule besuchen. Bisher hatten nur BFF-Absolventen einen Gemeindebeitrag erhalten. Maurer und die Mitunterzeichnenden stiessen sich daran, dass Eltern, die ihre Kinder in die BFF schicken, gegenwärtig bevorzugt werden.

Beiträge für private Schulen sollen bereits im laufenden Schuljahr 1998/99 ausbezahlt werden, die Gesamtsumme von 100'000 Franken darf dabei nicht überschritten werden. Bis Ende November sollte das entsprechende Reglement angepasst und vom Gemeindeparlament genehmigt sein. Um Beiträge zu erhalten, können sich die Eltern bis Mitte Dezember bei der Gemeindeverwaltung melden und müssen anschliessend die Zahlungsbelege für das Schulgeld vorlegen.

ger


Der Bund, 9. September 1998

WORB

Geld für Privatschule

ka. Wer das zehnte Schuljahr an einer privaten Schule absolvieren will, soll durch die Gemeinde finanziell unterstützt werden. Eine entsprechende Motion der EVP-Fraktion hat das Worber Parlament am Montag überwiesen. Um den Besuch von privaten Schulen zu subventionieren, soll die Gemeinde 100'000 Franken aufwenden. Die momentane Situation bevorzuge Eltern, die ihre Jugendlichen in ein zehntes Schuljahr der BFF schickten, begründete die EVP ihre Forderung.

Der Bund, 18. November 1998

WORB

Kein Rücktrittsalter 62

Das neue Dienstrechtsreglement der Gemeinde bewilligte das Parlament einstimmig; es soll per Anfang 1999 in Kraft treten und unterliegt dem fakultativen Referendum. Marianne Morgenthaler (gfl) wollte das Rücktrittsalter für die Gemeindeangestellten auf 62 Jahre senken, blitzte mit diesem Ansinnen aber ab. Zustimmung fand ihr Antrag, bei der Einstufung des Personals sei die Erfahrung in Betreuungs- und Hausaufgaben sowie aus ausserberuflichen Tätigkeiten angemessen zu berücksichtigten. Mit 16 zu 14 Stimmen stimmte der GGR einem Änderungsantrag der SP-Fraktion zu, der eine höhere Einreihung der Gemeindeangestellten im neuen Gehaltssystem erlaubt.

Beitrag betreffend Grossratsbatzen des Gemeindepräsidenten siehe unter Kapitel Gemeindepräsident


BZ, 18. November 1998

Worb

Mehr Geld fürs 10. Schuljahr

Worberinnen und Worber, die an einer privaten Schule oder an der Berner Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule (BFF) ein zehntes Schuljahr besuchen, werden im laufenden und im nächsten Schuljahr mit einem Gemeindebeitrag von höchstens 4000 Franken unterstützt. Bei Programmen mit reduziertem Kursgeld wird der Betrag anteilmässig verringert. Dies hat das Parlament mit grosser Mehrheit bei vier Gegenstimmen beschlossen.

Bisher erhielt lediglich einen Gemeindebeitrag, wer an der BFF eingeschrieben war. Zurzeit besuchen dort sechs Schülerinnen und Schüler aus Worb das zehnte Schuljahr.


Aufwertung der Frauenarbeit

Künftig muss der Worber Gemeinderat bei der Anstellung von Gemeindepersonal auf die Erfahrung in Betreuungs- und Hausarbeiten sowie auf ausserberufliche Tätigkeiten Rücksicht nehmen. Einen entsprechenden Änderungsantrag der Grünen Freien Liste am Dienstrechtreglement hat das Parlament klar angenommen.

Auch ein Antrag der SP-Fraktion, leistungsabhängige Lohnerhöhungen für das Gemeindepersonal bereits per Anfang des nächsten Jahres zu ermöglichen, wurde mit 16 zu 14 Stimmen knapp genehmigt. Das neue Reglement tritt am 1. Januar in Kraft.


Keine Gratis-Stimmabgabe

Wer brieflich abstimmt, muss das Porto weiterhin selber bezahlen. Das hat das Worber Parlament beschlossen.

Viermal pro Jahr werden die Worber Stimmberechtigten an die Urne gebeten. Wer sich den Gang zum Stimmlokal ersparen will, kann brieflich abstimmen sofern er 70 Rappen für das Porto übrig hat. Dabei bleibt es: Ein Vorstoss der Grünen Freien Liste, der die Porti der Gemeinde anlasten wollte, hatte im Parlament keine Chance. Mehrere Votanten kritisierten die Kosten des Vorhabens und bezweifelten, dass sich damit die Stimmbeteiligung anheben lasse.

bwb

BZ, 8. Dezember 1999

WORB

Neue Spitze im Ratsbüro

Das Worber Gemeindeparlament hat das Ratsbüro neu besetzt. Jürg Kaufmann (SP) ist zum ersten Vizepräsidenten, Andreas Wälti (SVP) zum zweiten Vize gewählt worden. Zur ersten Stimmenzählerin gewählt wurde Franziska Fritschy (FDP), zum zweiten Christoph Lerch (SP).


Neues Kommissionsmitglied

Cäcilia Hasler Jorio (CVP) ist vom Gemeindeparlament in die Fürsorge- und Vormundschaftskommission gewählt worden. Sie ersetzt Silvia Stocker-Florio (CVP).


Neue Atemschutzgeräte

Das Gemeindeparlament hat das revidierte Reglement über Abstimmungen und Wahlen einstimmig genehmigt. Zudem bewilligte das Parlament gut 70'000 Franken zum Kauf von neuen Atemschutzgeräten für die Wehrdienste.

ger

BZ, 17. Mai 2000

WORB

Gemeinde äufnet keinen «Lothar»-Fonds

Der Orkan «Lothar» hat auch in den Wäldern rund um Worb Spuren hinterlassen. Und nicht alle Waldbesitzer sind in der Lage, diese selber zu beseitigen. Davon ist SVP-Gemeindeparlamentarier Bruno Wermuth überzeugt. Ende Januar reichte er eine dringliche Motion ein und wollte damit den Gemeinderat verpflichten, einen Fonds mit 100'000 Franken zu äufnen.

Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) riet dem Parlament davon ab. Ein Fonds sei nicht die richtige Form. «Darin werden zweckgebundene Mittel für regelmässige Ausgaben verwaltet. Die <Lothar>-Kosten fallen aber nur einmal an.» Ausserdem würden die Schäden unter Aufsicht von Bund und Kanton behoben. Hauser verwies zudem auf die Einsätze der Wehrdienste und des Zivilschutzes. «In Härtefällen ist der Gemeinderat bereit, Private finanziell zu unterstützen.» Schliesslich erübrigte sich eine Abstimmung, weil Wermuth seine Motion zurückzog.

ger

 Der Bund, Mittwoch, 28. Juni 2000

WORB

Politik im Bärensaal

Das Gemeindeparlament zieht von der Aula im Schulzentrum Worbboden in den neuen Gemeindesaal am Bärenplatz um.

bas. Am 4. September wird der Grosse Gemeinderat (GGR) von Worb erstmals in seinem neuen Sitzungslokal tagen: Das Parlament stellte sich vorgestern Abend grossmehrheitlich hinter die vom GGR-Büro vorgeschlagene Verlegung des Sitzungslokals in den Bärensaal. Bislang kamen die Parlamentarierinnen und Parlamentarier in der Aula des Schulzentrums Worbboden zusammen. Der GGR gehöre ins Zentrum, sagte Präsident Jonathan Gimmel (fww), und mehrere Votanten teilten diese Ansicht, «auch wenn wir den schönen Blumenschmuck von Schulhauswart Alfred Künzi sicher vermissen werden», wie Christina Helbling (sp) beifügte.

Für die Benutzung der Aula bezahlte die Gemeinde keine Gebühr, der Bärensaal wird Worb pro Abend 530 Franken Miete kosten; der Betrag sei aber im vorläufig auf drei Jahre befristeten Gemeindebeitrag an die Saalbewirtschafterin von jährlich maximal 20000 Franken bereits enthalten, ist den GGR-Unterlagen zu entnehmen. Im Worbboden waren auch die Parkplätze gratis, im Bären-Parking kostet eine Stunde Parkieren ab 19 Uhr einen Franken. Diese Gebühr benachteilige jene, die aus den Aussengemeinden zu den GGR-Sitzungen reisten, hielt Andreas Born (fdp) vorgestern Abend im Parlament fest.


BZ, Mittwoch, 28. Juni 2000

WORB

Parlament tagt künftig im «Bären»-Saal 

Ab September wird das Parlament von Worb nicht mehr in der Aula der Schulanlage Worbboden, sondern im neuen «Bären»-Saal tagen. Das Parlament hiess die Verlegung des Sitzungsortes mit vier Gegenstimmen gut.

  ger

BZ, 19. März 2001

WORB

Anträge auf der Gemeinde einsehbar

Das Parlament hat letztes Jahr auf Anraten des Gemeinderates beschlossen, dass parlamentarische Vorstösse weiterhin nur mündlich behandelt werden. Die Exekutive bietet den Gegnern dieser Variante einen Kompromiss an: Die Antworten und Gemeinderatsbeschlüsse werden zwar weiterhin nicht verschickt, sind aber eine Woche vor der Ratssitzung auf der Verwaltung einsehbar.

bw

Der Bund, 15. Mai 2001

WORB

Löffel und Günther gehen

Gemeindeschreiber Hans Rudolf Löffel und sein Stellvertreter John Günther haben per Ende Oktober gekündigt.

bas. Ein Vierteljahrhundert war Gemeindeschreiber Hans Rudolf Löffel für Worb tätig - jetzt wagt der 46-jährige einen Neustart: Er gründet die Verwaltungsmanagement-Firma Mandatum und wird künftig im Mandatsverhältnis Projektarbeiten für Private und die öffentliche Hand ausführen. Der Entscheid, Worb zu verlassen, sei ihm nicht leicht gefallen, sagte Löffel gestern Abend an der Sitzung des Worber Parlaments. Sein Weggang sei mit Wehmut verbunden, aber die Vorfreude auf die Selbständigkeit überwiege. Gleichzeitig wie Löffel, nämlich Ende Oktober, tritt auch sein Stellvertreter John Günther aus dem Dienst der Gemeinde aus. Er habe ein Angebot aus der Privatwirtschaft erhalten und möchte sich als 36-Jähriger nochmals beruflich verändern, führte Günther gestern aus. Er werde die Zeit in Worb als «toll und unvergesslich» in Erinnerung behalten. Gemeindepräsident Peter Bernasconi hatte zuvor betont, in der Gemeindeverwaltung herrsche ein gutes Klima. Dass es vermehrt Kündigungen gebe, hänge mit den Möglichkeiten zusammen, die der wirtschaftliche Aufschwung nach acht Jahren Rezession mit sich bringe. Die Lücke, die Löffel und Günther hinterlassen, solle «so gut es geht möglichst rasch» gefüllt werden, kündete Peter Bernasconi an.

Der Bund, 16. Mai 2001

WORB

Ein Jahr länger in der Kommission

pd. Die Amtszeit der Worber Schul- und Kindergartenkommissionen endet nicht am 31. Juli 2001, sondern erst Ende Juli 2002. Das Parlament hat beschlossen, die Legislatur zu verlängern, weil sich derzeit eine Spezialkommission mit den Bildungsstrukturen der Gemeinde befasst. Laut Programm wird der Grosse Gemeinderat im kommenden März über die neue Organisation befinden. Voraussichtlich im Juni 2002 wird er dann die Kommissionen neu bestellen.

Der Bund, 16. Mai 2001

WORB

Jugendrat zieht Motion zurück

reb. Der Worber Jugendrat zieht seine Motion zur Einführung von Stimmrechtsalter 16 zurück. Das teilte Renato Jorio an der Parlamentssitzung am Montagabend mit. Der Grund sei, dass auf kantonaler Ebene Stimmrechtsalter 16 kein Thema sei, so Jorio. Der Jugendrat sei aber nach wie vor der Meinung, das tiefere Stimmrechtsalter sei der richtige Ansatz, um Jugendliche besser in die Politik zu integrieren.

Der Bund, 16. Mai 2001

WORB

Einsatz gegen Schliessung der Post

reb. Der Worber Gemeinderat wird sich bei der Post gegen die Schliessung der Poststellen Richigen und Worb 2 beim Bahnhof SBB einsetzen. Das Parlament hat ein entsprechendes Postulat mit grossem Mehr überwiesen. Das Vorgehen der Post bei der Schliessung der Post Enggistein habe kein Vertrauen geschaffen. Es sei falsch, die Konzentration in Worb und Rüfenacht einfach hinzunehmen, sagte Postulant Rene Bauer (sp). Der Gemeinderat unterstütze die Zielrichtung des Vorstosses, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi. Die allfälligen neuen Arbeitsplätze im Gebiet des SBB-Bahnhofs Worb könnten ein Argument gegen die Schliessung der Poststelle sein, so Bernasconi.

Landbote, 16. Oktober 2003

Worb

...

Lärmschutzwände Rüfenacht

(Budgetdebatte siehe unter Gemeindefinanzen 2004)

ser.

In einem Postulat sprach die FDP von Bauhysterie, was den Bau von Lärmschutzwänden betrifft. Vor allem in Rüfenacht werde das Bild der Gemeinde verschandelt, der Gemeinderat solle beim Kanton mehr Einfluss nehmen. Olivier Dinichert befürchtete, dass Rüfenacht bald ein «nationales Ghettolabel» erhalten werde. Gemeinderat Ernst Hauser erläuterte, dass die Lärmschutzverordnung geltendes Bundesgesetz ist und den Kanton verpflichtet, dieses umzusetzen. Der Ortsbildschutz und das Mitspracherecht der Gemeinde sind gewährleistet, und als Eigentümer und Anwohner schätze man diese Massnahme sehr. Von Bauhysterie könne deshalb nicht die Rede sein. Hauser sagte, Postulate während der Bauphase kämen zu spät.

BZ, 22. Januar 2004

MOMENT MAL

Worb gegen Münsingen 1:0

Brigitte Walser

Man kann wichtige Dinge gar nicht wichtig genug nehmen. Die Konsequenz davon ist, dass unwichtige Dinge wichtigen weichen müssen. Worb zum Beispiel wägt ab, was wichtig ist und gewichtet dann entsprechend. «Fussball ist wichtig», ist entschieden worden. Alles andere weniger.

Fallen also Fussballmeisterschaften und Parlamentssitzungen auf dasselbe Datum, muss gehandelt werden. «Damit auch die Ratsmitglieder das Fussball-Europameisterschaftsspiel Schweiz - Frankreich verfolgen können, wird die Sitzung vom 21. Juni auf den 28. Juni verschoben», teilt zuverlässig und frühzeitig das Ratsbüro mit. Also statt Vorstösse Freistösse im Worber Bärensaal. Das Fussballspiel wird im Saal fürs Volk auf eine grosse Leinwand übertragen.

Ganz anders Münsingen. Den Dortigen ist Politik und Gemeindewohl tatsächlich wichtiger als Fussball. Sie bringen es fertig, ihre Parlamentssitzung vom 21. Juni pickelhart und ohne Rücksicht auf den gesunden Sportverstand durchzuführen. Hoffentlich haben die Worber Parlamentarier ein Einsehen und teilen ihren Münsinger Kollegen am 21. Juni die aktuellen Resultate per SMS in die Parlamentsdebatte mit.

BZ, 4. Februar 2004

WORB

Keine politische Standortbestimmung

Das Worber Parlament hat an seiner Sitzung vom Montag auf Antrag der FDP ein Traktandum gestrichen, das von der SP angeregt worden war. Das Parlament hätte dabei eine Standortbestimmung für die Geschäftsprüfungs- und die Aufsichtskommission durchführen sollen. Die FDP sei nicht gegen eine Standortbestimmung, sagte Parlamentarier Ulrich Emch. Doch diese sei Sache der Kommissionen und solle nicht im Parlament «verpolitisiert» werden. Mit 21 zu 14 Stimmen wurde der FDP-Antrag angenommen.

bw

Landbote, 3. Februar 2005

Worb

Ruf nach Sachlichkeit

Das Worber Parlament tagte erstmals in neuer Zusammensetzung - eine politisch brisante Mischung.

Rahel Sahli

Mit viel Musik, darunter einem Stück genannt «fun fun fun», leutete die Worber Jugendmusik das Parlamentsjahr 05 ein und regte die neuen, sowie bisherigen Ratsmitglieder zu politischen Höhenflügen im Jahr 2005 an.

Gemeindepräsident Peter Bernasconi dagegen gab dem Parlament ein paar ernste Worte mit auf den Weg: «Ich sehe die Gefahr, dass sich das Parlament in der aktuellen Konstellation häufig gegenseitig blockieren wird», äusserte er seine Bedenken. Andererseits sehe er einen Vorteil darin, dass heuer viele junge Leute und auch viele Frauen in den Reihen zu finden seien. Bernasconi zeigte sich deshalb überzeugt, dass man auch im angebrochenen Jahr sachliche Lösungen für die hängigen Probleme finden wird.

Neuer GGR-Präsident

Die Wahl des Gär-Präsidenten fiel, mit Hans Ulrich Born (SVP), sehr eindeutig aus. Auch von seiner Seite her kamen klare und mahnende Worte an das Parlament: «Worb ist ein Ort, der nicht austauschbar ist. Es ist eine Gemeinde, zu der Sorge getragen werden muss», erklärte er. Es sei deshalb ganz besonders wichtig, dass die Ratsmitglieder statt an die nächste Wahl an die nächste Generation denken würden und mit Sachlichkeit argumentierten. Auch Born betonte an dieser Stelle die Wichtigkeit der Umgangs- und Gesprächsformen in einem Parlament: «C'est le ton, qui fait la musique», beschloss er seinen Redebeitrag. Zum ersten Vizepräsidenten des GGR wurde Hanspeter Stoll (FDP) gewählt, die zweite Vizepräsidentin heisst Ruth Bichsel-Keller (SP). Der erste Stimmenzähler heisst Ulrich Brechbühl (SVP), der zweite Harry Suter (EVP).

Die Wahl für die Mitglieder der neuen Geschäftsprüfungskommission (GPK) verlief ohne Aufsehen. Die GPK 2005 bis 2008 konstituiert sich wie folgt: Alfred Zimmermann (EVP), Maja Widmer (FDP), Roland von Arx (GFL), Bruno Wermuth (SVP) und Esther Herrmann-Lüthi (SP). Zur Präsidentin der GPK wurde Maja Widmer gewählt, Vizepräsident wird Roland von Arx.

Zwei geheime Wahlgänge nötig

Weniger reibungslos verlief schliesslich die Zusammenstellung der neuen Aufsichtskommission (ASK). Jürg Kaufmann (SP) stellte den Antrag, dass die vorgeschlagene Zusammensetzung der ASK aus parteipolitischer Sicht überdenkt werden soll. Er schlug deshalb vor, das neue Ratsmitglied Lukas Zimmermann (EVP) an Stelle von Ingeborg Stahel (SVP) in die ASK zu wählen. Sein Hauptargument war, dass auch in einer Aufsichtskommission möglichst alle Parteien vertreten sein sollten.

Nach zwei geheimen Wahlgängen und mehreren Sitzungsunterbrüchen, setzte sich Lukas Zimmermann mit 31 zu 6 Stimmen gegen Annette Gfeller (SP) durch. Die neue ASK konstituiert sich demnach wie folgt: Olivier Dinichert (FDP), Albert Gambon (SVP), Urs Gerner (GFL), Peter Jörg (parteilos, FDP), Ingeborg Stahel (SVP) und Lukas Zimmermann (EVP). Präsident wurde Albert Gambon, Vizepräsident Olivier Dinichert