<< Presseschau (Main) | << Worb | << Kirche Worb

Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Kirchgemeinde Worb - Religiöse Erziehung

Der Bund, 18. Juni 1986

RÜFENACHT

Ökumenische Gespräche in Rüfenacht zur religiösen Erziehung

«Damit das Leben gelingt»

ahr. Nicht nur die Fachleute, wie kürzlich die reformierten Theologen an der Berner Synode, befassen sich mit dem Thema religiöse Kindererziehung, sondern auch viele Eltern aller Konfessionen.

Über Fragen christlicher Erziehung diskutierten kürzlich gegen 30 Personen in ökumenischem Rahmen in Rüfenacht.

Die Idee zu diesen Gesprächen war an einem Höck der Kontaktstelle Rüfenacht (einer Regionalgruppe des Schweizerischen Kinderschutzbundes) entstanden, die den Rüfenachter Pfarrer Markus Niederhäuser zur Mitarbeit gewinnen konnte. Dabei sei es, so Ursula Forster von der Kontaktstelle, vor allem um Fragen des christlichen Alltags gegangen und weniger um konfessionelle Formen. Bald schon sei klar geworden, dass der religiöse Hintergrund der Eltern und deren Haltung für jede Glaubenserziehung entscheidend sei. «Zwar sprachen wir über die Kinder, aber eigentlich ging es um uns», meinte Frau Forster. In den Diskussionen habe man aber auch gespürt, wie tabuisiert Glaubensfragen seien. So hätten etwa zwei im gleichen Haus wohnhafte Mütter hier zum ersten Mal miteinander über Religion gesprochen.

Für Markus Niederhäuser ist es wichtig, dass auch kleine Kinder christliche Werte wie Geborgenheit, Wärme und Anteilnahme spüren und erleben können; nur so könne der junge Mensch lebenstüchtig im weitesten Sinn des Wortes werden. Er zitiert Vikar Toni Bucher (der die Gesprächsteilnehmer als katholischer Theologe begleitete), der gesagt habe, «religiöse Erziehung ist eine Kräfteschulung, damit das Leben gelingen kann». Besser könne man das Ziel jeder Glaubenserziehung nicht umschreiben, versichert der reformierte Pfarrer, der alle Bemühungen der Kirche positiv wertet, die Eltern bei ihrer nicht einfachen Aufgabe vermehrt zu unterstützen. In diese Richtung deuteten auch die Bestrebungen der Synode, den kirchlichen Unterricht zu erneuern.

Zum Schluss sei eine katholische Mutter zitiert, die über die Gespräche im reformierten Kirchgemeindehaus sagt: «Kirche kann auch darin bestehen, z. B. in der Kontaktstelle mit andern Müttern und Kinder zusammenzusitzen. Auch hier kann christliche Gemeinschaft erlebt und mitgestaltet werden.»