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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Kirchgemeinde Worb - Pfarrteam Rüfenacht

BZ, 10. Februar 1982

Personal für «Sperlisacher» in Rüfenacht gesucht

Nicht nur bauen - auch beleben

Das Bauwerk Im «Sperlisacher», Rüfenacht, wächst - soll es aber auch gedeihen, braucht es Menschen, die es beleben. Darum ist der Kirchgemeinderat Worb auf der Suche nach den geeigneten Vermittlern: einem weiteren Pfarrer und einem Kirchgemeindehelfer

rzb. Die vierte Pfarrstelle für die Kirchgemeinde Worb ist ausgeschrieben. Gesucht wird gleichzeitig wieder ein Kirchgemeindehelfer für Rüfenacht. Der Kirchgemeinderat hofft, dass sich bis spätestens auf den Herbst hin zwei Kräfte finden lassen, zumal sich durch die Inbetriebnahme des neuen Kirchgemeindehauses in Rüfenacht der Aufgabenkreis dieses Kirchgemeindeviertels merklich ausdehnen wird.

Ebenso wichtig wie das gute Gelingen des Bauwerkes im «Sperlisacher» scheint dem Ratsteam der Aufbau zur Belebung seiner Räumlichkeiten. Darum wird der Sitz des neuen Pfarrers in Rüfenacht sein. Der Kirchgemeindehelfer soll einerseits die Arbeit von Walter Bieri weiterführen, dazu aber die Angebote der Kirchgemeinde ergänzen, insbesondere auch für die Jungen, denn allein ihnen stehen im «Sperlisacher» drei Jugendräume und Platz für einen Discokeller zur Verfügung. Für Altersbegegnungen ist ebenfalls vorgesorgt - sogar für die mittlere Altersschicht. Damit sie ihre, Interessen wahren können soll der Dachraum ausgebaut und gleichzeitig als zweites Unterrichtslokal benützt werden.

Der Bund, 27. Februar 1985

13 neue Pfarrerinnen und Pfarrer

Konsekrationsfeier der Evangelisch-reformierten Kirche in Zäziwil

pik. Dreizehn jungen Theologinnen und Theologen wurde an der Konsekrationsfeier der Evangelisch-reformierten Kirche in Zäziwil die Pfarrerwürde verliehen. Zwölf von ihnen wurden tags darauf feierlich in den bernischen Kirchendienst aufgenommen und vom kantonalen Kirchendirektor vereidigt. Ein Theologe kehrt nach Deutschland zurück.

Wie gewohnt wurde die jedes halbe Jahr stattfindende Konsekrationsfeier im Rahmen eines örtlichen Gottesdienstes, verbunden mit musikalischen und gesanglichen Darbietungen, durchgeführt. Konsekrator Pfarrer Ulrich Müller (Bern) umriss in einer eindrucksvollen Predigt das reformierte Verständnis des Pfarramts und gab damit den vier jungen Theologinnen und neun Theologen eine wertvolle Wegweisung für ihre künftige Arbeit als Verkünder des Wortes Gottes sowie ihre seelsorgerische und diakonische Tätigkeit.

Elf der neuen Pfarrer und Pfarrerinnen übernehmen eine Gemeindeaufgabe. Christian Blaser geht nach Zollikofen, Heiner Bregulla nach Thun, Peter Egger nach Biel-Mett, Bernhard Jungen nach Worblaufen, Ernst Lüthi nach Langnau, Markus Niederhäuser nach Rüfenacht bei Worb, Simon Sprecher nach Guggisberg und Liselotte Stricker in die Verweserei nach Wohlen. Martin Maire übernimmt eine halbe Stelle in Wahlern/Schwarzenburg, und Esther Wildbolz sowie Brigitte Wüthrich teilen sich in eine Stelle in Rüfenacht bei Worb. Delia Grädel-Wernly unternimmt vorerst einen Auslandaufenthalt, während Friedhelm Krocker in seine bayrische Heimat zurückkehrt.

Der Bund, 5. März 1985

Pfarrsituation in Rüfenacht

Pfarrwahl wird Ende April durch Kirchgemeindeversammlung vollzogen

hjg. Für den aus Altersgründen auf den 31. Mai 1985 zurücktretenden Pfarrer Willi Hirsch wird die Versammlung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Worb am 23. April einen Nachfolger wählen. Ebenfalls besetzt werden soll die seit 1. November 1984 vakante Vikariatsstelle in Rüfenacht.

Der Kirchgemeinderat steht in definitivem Kontakt mit den drei jungen Pfarrern Markus Niederhäuser aus Wattenwil, Esther Wildbolz aus Bern und Brigitte Wüthrich aus Eggiwil, erklärte Kirchgemeinderatspräsident Dr. Paul-Jürg Lyk auf Anfrage. Pfarrer Niederhäuser habe sich um die neu zu besetzende Pfarrstelle in Rüfenacht beworben. Wenn die Kirchgemeinde dem Vorschlag des Kirchgemeinderates folgt, wird Pfarrer Niederhäuser am 23. April an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung als Nachfolger von Pfarrer Willi Hirsch gewählt werden. Sein Amtsantritt ist auf den 1. Juni vorgesehen. Seine Unterweisungsklasse wird er jedoch bereits ab Schuljahresbeginn betreuen.

Die beiden andern Pfarrer möchten die Gemeindevikariatsstelle, die Pfarrer David Wider innehatte, in zwei Halbämtern übernehmen. Der Kirchgemeinderat, in dessen Kompetenz die Besetzung dieser Stelle liegt, wird Esther Wildbolz und Brigitte Wüthrich in seiner Sitzung am 26. März wählen, bestätigte Ratspräsident Lyk, wobei sie ihr Amt mit Beginn des neuen Schuljahrs antreten werden. Gleichzeitig übernehmen sie im Monat Mai die Stellvertretung für Pfarrer Hirsch, dem noch Ferien zustehen.

Ein früherer Wahltermin sei nicht möglich gewesen, bedauerte Lyk, da die drei Kandidaten, die sich aus ihrer Ausbildungszeit sehr gut kennen, erst vor einigen Tagen konsekriert und in den bernischen Kirchendienst aufgenommen worden seien.

Der Bund, 29. April 1985

Junges Pfarrteam in Rüfenacht

Die Pfarrwahl für den Gemeindeteil Rüfenacht wurde vollzogen

hjg. Die Versammlung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Worb hat den vom Kirchgemeinderat vorgeschlagenen Markus Niederhäuser als Nachfolger für den aus Altersgründen zurücktretenden Pfarrer Willi Hirsch gewählt Pfarrer Niederhäuser wird sein Amt am 1. Juni 1985 antreten.

Der 29jährige Pfarrer Niederhäuser, der in Bern aufgewachsen, verheiratet und Vater einer gerade geborenen Tochter ist, übernimmt die erste Pfarrstelle nach Beendigung der Ausbildung und seiner Ende Februar 1985 erfolgten Aufnahme in den bernischen Kirchendienst. Seine durch den Kirchgemeinderat Ende März gewählten Studienkolleginnen Esther Wildbolz und Brigitte Wüthrich teilen sich die Gemeindevikariatsstelle in Rüfenacht in zwei Halbämtern und sind bereits seit Schuljahrsbeginn tätig. Es sei der Wunsch der drei Pfarrer gewesen, betonte Kirchgemeinderatspräsident Dr. Paul-Jürg Lyk, in einer Gemeinde gemeinsam Aufgaben zu übernehmen und zu wirken. Gerade in diesem Anliegen sehe der Rat eine grosse Chance für eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit.

Einen Kredit von 48'500 Franken für Renovationsarbeiten und kleine Änderungen in der bestehenden Pfarrwohnung in Rüfenacht an der Längimoosstrasse 26, in die Pfarrer Niederhäuser mit seiner Familie einziehen wird, wurde diskussionslos bewilligt.

Der Verkauf der alten Orgelpfeifen aus der Worber Kirche habe bis anhin einen Erlös von rund 12'000 Franken erzielt, gab der Ratspräsident weiter bekannt. Der Kirchgemeinderat habe beschlossen, diesen Betrag zur Anschaffung eines kleinen Orgel-Positivs, einer kleinen, transportablen Orgel, zu verwenden. So sei es möglich, auch bei Gottesdiensten in den Aussengemeinden oder im Rüfenachter Kirchgemeindehaussaal Orgelmusik einzusetzen.

Im weitern orientierte Lyk über die Verwendung der bei der Kirchenrestauration im Chor gefundenen, elf wertvollen Sandsteingrabplatten. Da sie ein Dokument der Worber Geschichte darstellten, sei es sinnvoll, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und in der Nähe der Kirche aufzustellen. Der Rat trage sich mit dem Gedanken, ein nördlich der Kirche liegendes, gemeindeeigenes, kleines Stück Land zu erwerben, um den Nordzugang der Kirche auszubauen und umzugestalten unter Einbezug der Grabplatten.

Christa Hebeisen berichtete über die Ziele einer sich im Aufbau befindenden Arbeitsgruppe, die sich der Tamilenfrage annimmt. Dabei versuche man eine Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde und anderen Bevölkerungskreisen zu erreichen. Ziele der Arbeitsgruppe sind ein für Juni vorgesehener Orientierungsabend zum Tamilenproblem, sowie die Vermittlung von Tamilen für kurze Arbeitseinsätze, vorab im Bereich der Landwirtschaft, aber auch für Putz- und Gartenarbeiten. Langfristig möchte man auch in Worb für einige Flüchtlinge Unterkunft finden.

Infolge Wohnungswechsels präsidierte Peter Fankhauser das letzte Mal die Kirchgemeindeversammlung. Ratspräsident Lyk dankte ihm herzlich für die während fast acht Jahren geleistete grossen Arbeit und lobte die gute Zusammenarbeit. Fritz Meerstetter übernimmt das Präsidialamt bis zum Ende der Amtsperiode.

Der Bund, 4. Mai 1985

RÜFENACHT

Pfarrer Hirschs Rüfenachter Bilanz

Morgen nimmt der populäre, aber unbequeme Seelsorger Abschied von seiner Gemeinde

Er hat massgeblich mitgeholfen, aus der anonymen Satellitensiedlung Rüfenacht (Gemeinde Worb) ein Dorf mit einer eigenen Identität zu machen. Mehr als einmal ist er dabei angeeckt, aber dies hat seiner Popularität nicht geschadet. Am morgigen Gottesdienst nimmt er altershalber Abschied von seiner Gemeinde: Pfarrer Willi Hirsch. Gegenüber «Bund»-Redaktor Erich Kobel hat der Theologe in seinen Erinnerungen gekramt.

Bund: Was haben Sie 1970 bei Ihrem Amtsantritt in Rüfenacht angetroffen?

Pfarrer Hirsch: Weder eine Kirche noch ein Pfarrhaus, weder Strukturen noch eigenständige kirchliche Traditionen. Die Alteingesessenen waren nach Worb-Dorf orientiert und die Neuzuzüger nach Bern. Die Leute wohnten in Rüfenacht, aber sie waren dort nicht daheim, weil sie ihre Freunde und ihre Arbeit anderswo hatten. Für mich als Seelsorger präsentierte sich die Situation ausgesprochen ungünstig: Da ich keine einheimischen Kinder zu unterrichten hatte, war ich weitgehend der Möglichkeit beraubt, mit Familien Kontakt zu kriegen. Zudem predigte ich in der Turnhalle - und wer hätte dort heiraten oder taufen wollen?!

Bund: Was haben Sie dagegen unternommen?

Pfarrer Hirsch: Ich versuchte «anzuhängen», wo dies möglich war, wobei mir meine Frau enorm viel half. Wir wollten erreichen, dass die Leute nicht nur nebeneinander in der «Kirchenbank» sassen, sondern miteinander ins Gespräch kamen. Also organisierten wir Familiengottesdienste und Vorträge, es gab ein Kirchenzmorge und ein Kirchenkaffee, wir machten aus einem Kellerlokal den ersten «Schlupf», wir führten Ferienanlässe für daheimgebliebene Kinder durch, und wir erweckten ein Publikationsorgan der Dorfgemeinschaft Rüfenacht (DGR) zu neuem Leben; aus ihm ist mittlerweilen die «Spycher Post» geworden.

Bund: Waren Sie dabei ganz auf sich selber gestellt?

Pfarrer Hirsch: Glücklicherweise nicht. Wir hatten die DGR und später auch gute Gemeindehelfer(innen) und Sozialarbeiter(innen), deren Wirken wichtig und segensreich war. Sehr viel leistete auch die Kirchliche Arbeitsgruppe.

Bund: Und diese gemeinsamen Bemühungen trugen offensichtlich Früchte.

Pfarrer Hirsch: Ja. Die Rüfenachter Gemeinschaft erhielt nach und nach Konturen, ein eigenes Gesicht gewissermassen. Die Leute kamen miteinander ins Gespräch und packten Probleme gemeinsam an. So entwickelte das Dorf Selbstbewusstsein. Die jüngst lancierten Auszonungsinitiativen zum Beispiel wären vor zehn Jahren noch kaum möglich gewesen. Denken wir umgekehrt nur daran, wie das Projekt «Kirchliches Zentrum Sperlisacker» zweimal Schiffbruch erlitt. Heute würden die Rüfenachter zusammenstehen und einem solchen Vorhaben im Rahmen der Gesamtgemeinde zum Durchbruch verhelfen.

Bund: Es hat freilich auch Misstöne gegeben: Sozialarbeiter Walter Bieri und Ihr Pfarrerkollege David Wider quittierten den Dienst unter merkwürdigen Umständen.

Pfarrer Hirsch: Man darf die beiden Angelegenheiten nicht in einen Topf werfen. Walter Bieri war nicht besonders am Sperlisacker-Projekt interessiert, und deshalb gab es Spannungen. Zudem hatten wir beide den passenden Stil für unsere Zusammenarbeit noch nicht gefunden. Für David Wider begannen die Schwierigkeiten, als er Friedensgottesdienste durchführte und diese auch als solche deklarierte. Als neuer Seelsorger hatte er es da natürlich besonders schwer. Vielleicht fehlte ihm ein wenig der «Schnauf», um die Kontroverse durchzustehen.

Bund: Aber Widers Abgang - um nicht zu sagen «Abschuss» - ist kein Ruhmesblatt für die Kirchgemeinde Worb.

Pfarrer Hirsch: Ich will es so sagen: Wenn Kritiker über Predigten urteilen, die sie gar nicht gehört haben und dann erst noch das offene Gespräch über den, «Stein des Anstosses» verweigern, so ist dies problematisch. Da wurde schon eine geistige Enge sichtbar, die mich störte. Deshalb - und weil Widers Einsatz in der Friedensarbeit in sehr verantwortbarer Weise geschah - habe ich mich damals auch für meinen Kollegen eingesetzt.

Bund: Worauf Sie prompt selber ins Schussfeld gerieten ...

Pfarrer Hirsch: Stimmt. Es rumorte erheblich unter der glatten Oberfläche. Wir wurden in anonymen Briefen zum Wegzug aufgefordert, und auch sonst war der Druck spürbar. Man kann übrigens einen Pfarrer ganz einfach strafen: Indem man ihn am Sonntag «ins blutte Holz reden lässt», also nicht zuhören geht. Da kam ich mir zuweilen schon etwas allein vor. Allerdings war ich gewohnt, dass mir ab und zu der Wind ins Gesicht blies. Mein Engagement in Friedensfragen hatte mir mehr als einmal den Ruf eingetragen, ein Antimilitarist zu sein.

Bund: Sind Sie es?

Pfarrer Hirsch: Einesteils: Ich habe beinahe 500 Diensttage im Büchlein und gute Erinnerungen sowohl an die RS wie an den Aktivdienst. Andernteils: Wir dürfen die Friedensdiskussion nicht den Militärs und den Politikern überlassen. Dieses Problem geht uns alle als Christen an. Ich halte die Armee im Moment für so nötig wie die Feuerwehr, aber langfristig für einen Holzweg - sie kann nicht Frieden schaffen! Mit dieser Überzeugung habe ich mich natürlich oft in die Nesseln gesetzt.

Bund: Ist es (auch) in der Kirchgemeinde so, dass Konflikte nicht offen ausgetragen werden?

Pfarrer Hirsch. Wir haben Beides erlebt: Unverblümte und zum Teil sogar konstruktive Kritik, aber auch versteckte Angriffe und eine unterschwellige Opposition. Dennoch: Meine Frau und ich sind tief dankbar für alle Hilfe und den enormen Einsatz, den Kirchgemeinderat und Kommissionen, Frauen und Männer unentgeltlich erbracht haben. Wir nehmen zur Hauptsache schöne Erinnerungen aus Rüfenacht mit in unseren nächsten Lebensabschnitt.

Bund: Was werden Sie nun nach Ihrer Pensionierung tun?

Pfarrer Hirsch: Wir ziehen in die Stadt Bern, und ich werde noch da und dort aushilfsweise als Seelsorger wirken. Überdies möchten wir Vieles unternehmen, für das uns in den vergangenen Jahren zuwenig Zeit geblieben ist.

Pfarrer Hirschs Weg

Der 1920 in Brienz geborene und auch dort aufgewachsene Willi Hirsch kam als Jüngling in die Gemeinde Muri, weil er in Bern das Gymnasium absolvierte. Zum Theologen liess sich Hirsch in der Bundesstadt und in Zürich ausbilden. Nach einem Abstecher nach Lausanne (als Jugendfürsorger) und einem längeren krankheitsbedingten Kuraufenthalt in Leysin trat er 1949 seine erste Pfarrerstelle in Kandersteg an. Ein Wechsel nach Grindelwald scheiterte, weil man im Gletscherdorf keinen liberalen Theologen wollte. 1951 wurde Willi Hirsch nach Saanen berufen, wo er 19 Jahre tätig war. Seit 1970 wirkt er innerhalb der Kirchgemeinde Worb als Pfarrer für Rüfenacht.

BZ, 4. Mai 1985

RÜFENACHT

«Ich will meine Hände nicht in den Schoss legen»

Pfarrer Willi Hirsch aus Rüfenacht hält morgen Sonntag seine Abschiedspredigt

Morgen Sonntag um 9.30 Uhr findet im Kirchgemeindehaus Sperlisacher in Rüfenacht ein besonderer Gottesdienst statt: Aus Altersgründen scheidet Pfarrer Willi Hirsch aus seinem Amt und hält vor seinem Rücktritt am 30. Mai seine Abschiedspredigt mit anschliessendem Apéro

Peter Blaser

Die Hände in den Schoss legen will Pfarrer Willi Hirsch allerdings auch nach seiner Pensionierung nicht. Vor allem zwei Anliegen hat sich Pfarrer Hirsch für seine Zukunft bewahrt: Seine Betreuertätigkeit im Alters- und Pflegeheim Utzigen will er weiterführen. Daneben verfolgt er einen Auftrag in der für die Neuplanung kirchlicher Jugendarbeit eingesetzten synodalrätlichen Kommission. «Viele Junge empfinden Religionsunterricht als Einmischung in ihre Angelegenheiten.» Spielerische und emotionellere Formen kirchlicher Mittlertätigkeit könne schon bei Kindern im Vorschulalter eine natürliche Beziehung zum Glauben herstellen, meint er, der selber drei Kinder hat.

1951 verliess Willi Hirsch seine erste Pfarrei in Kandersteg nach zwei Jahren. Von den folgenden 19 Jahren in der Gemeinde Saanen schwärmt er noch heute: «In der herrlichen Kirche im Dorfkern von Saanen, im traditionsverwurzelten Lebensrhythmus der Bauerngemeinschaft, fühlte ich mich zu Hause.» Zudem hätten sich durch den Fremdenverkehr offene und starke Beziehungen weit über die Landesgrenzen hinaus ergeben. Dennoch zog es ihn an neue Ufer.

1970 wurde er - zuerst in halber Stelle - nach Rüfenacht gewählt. Eine Beziehung zum Dorf bestand bereits, hatte er doch als Student bei Bauern in der Scheuermatte gewohnt und kannte Pfarrer Michel, den Dorfpfarrer von Worb, aus gemeinsamer Studienzeit.

«Der Anfang war schwer», erzählt Willi Hirsch, «es gab hier noch keinen kirchlichen Unterricht.» Gemeinschaftliche Interessen zwischen alteingesessener Bevölkerung und Neuzuzügern «existierten kaum». Das kleine Rüfenacht habe sich während der Hochkonjunktur in wildem Tempo vergrössert. «Ein Schlafquartier», aus dem sonntags die Einwohner ins Grüne entflohen. «Mit Plakaten warben wir für den Gottesdienst.» Um alle diese einander fremden Menschen zusammenzubringen, hätte es einfach «einen Ort der Begegnung» gebraucht.

Als ehemaliger Mitarbeiter der Raumplanungskommission, dessen Frau zudem später im Grossen Gemeinderat einsass, kann er es beurteilen: «Rüfenacht, <Wilder Westen> von Worb, beruhigte und besann sich im Zuge des Raumplanungsgesetzes und der Rezession auf seine Grenzen.» Die «positiven» Kräfte fanden sich. Zwei Projekte für ein kirchliches Zentrum seien 1976/77 leider gescheitert. «Das hat mich sehr getroffen», gibt er heute zu.

Die erste Zeit predigte er in der Turnhalle. Dann in der Aula der Schule. Doch mit der Hoffnung auf einen Dorfsaal blieb er nicht allein: Das dritte Projekt eines Rüfenachters fand breite Unterstützung. Beispielhaft war der Optimismus der kirchlichen Frauengruppe. Sie säte und zog Gemüse und sammelte allenthalben zum Märit-Erlös hinzu, um «das Geläut für die Kirche zu bezahlen, bevor der Bau begann».

Wenn ein Pfarrer politisch tätig ist, sei es eine heikle Sache, bestätigt er. «Wer etwas will, muss halt in die Hosen steigen!» Am Beispiel des Dienstverweigererproblems lasse sich aufzeigen, wie das Aufschieben einer Lösung die Polarisierung von Meinungen provoziere. Die Friedensfrage dürfe weder alleiniges Anliegen des Militärs noch der Politiker sein. «So, wie nicht nur der Arzt verantwortlich ist für die Gesundheit des Einzelnen.»

Der Bund, 3. Juni 1985

RÜFENACHT

Das neue Pfarrerteam eingesetzt

ahr. Mit einem Festgottesdienst wurde in Rüfenacht das neue Pfarrerteam bestehend aus Esther Wildbolz, Brigitte Wüthrich und Markus Niederhäuser offiziell in sein Amt eingesetzt. Als Vertreter der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Bern hielt Pfr. Heinz Leuenberger, Thun-Strättligen, die Festpredigt. Er sprach dabei über die Träume einer christlichen Gemeinde. Über ihre Träume oder Visionen in ihrer künftigen Tätigkeit äusserten sich dabei auch die drei eingesetzten Pfarrer. Im Auftrag der bernischen Kirchendirektion überreichte Regierungsstatthalter Hans-Rudolf Waber zudem Pfr. Markus Niederhäuser seine Wahlurkunde. Er wies dabei auf die Treue der Worber Pfarrer zu ihrer Gemeinde hin, habe er doch in seiner nun fünfzehnjährigen Tätigkeit als Regierungsstatthalter erstmals in der Kirchgemeinde Worb einen Pfarrer einzusetzen.

Nach dem vom Berner Kammerchor musikalisch umrahmten Gottesdienst bot sich den Rüfenachtern und dem Pfarrteam bei einem gemeinsamen Risottoessen im Hof des kirchlichen Zentrums Sperlisacker Gelegenheit, auf ungezwungene Weise erste Kontakte zu knüpfen.

Der Bund, 16. Juni 1993

«Vikariat ermutigt mich, ein Pfarramt zu übernehmen»

Zum zweiten Mal begleitet der Rüfenachter Pfarrer Markus Niederhäuser einen angehenden Pfarrer durch die praktische Vorbereitung aufs Pfarramt. Der Pfarrer und Vikar Stefan Schwarz sind sich einig, dass eine längere praktische Ausbildung nötig ist.

Von Redaktorin Anna-Elisabeth Högger

Niederhäuser, seit acht Jahren Pfarrer in Rüfenacht, und Stefan Schwarz, seit Anfang Jahr dessen Vikar, sitzen sich wie so oft in den letzten Monaten im Studierzimmer des Pfarrers gegenüber. Auf dem Tisch liegen ein Bündel Briefe und eine Fotografie. Die Briefe sind für jene jungen Leute bestimmt, welche kürzlich von Pfarrer und Vikar gemeinsam konfirmiert worden sind. Auf dem Bild sind zwei Pfarrherren zu sehen, die die Köpfe zusammenstekken: Der eine gibt dem andern Feuer für seine Zigarre.

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BZ, 21. September 1998

RÜFENACHT

«Texte geben mir Boden»

Der neue Pfarrer Martin Benteli wurde offiziell in sein Amt eingesetzt. Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit sieht der Theologe in der Kinderarbeit, wo er bereits Erfahrungen gesammelt hat.

Die Einrichtung im Wohn- und Esszimmer des neuen Rüfenachter Pfarrers Martin Benteli beschränkt sich auf das Nötigste. Eine einfache Sitzecke, ein Bücherregal, ein Klavier, der Esstisch. Dinge, die Unordnung schaffen könnten, wie auch Bilder, fehlen. Seit Anfang August wohnt und arbeitet der 33jährige Theologe in Rüfenacht. Gestern wurde er offiziell als Nachfolger von Isabelle Noth in sein Amt eingesetzt. Die Stelle teilt er sich mit seiner Kollegin Brigitte Bühler.

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Der Bund, 13. Februar 2002

WORB

Schwarz gewählt

pd. Per 1. Juli übernimmt Stefan Schwarz das in der Kirchgemeinde Worb neu geschaffene Spezialpfarramt für Eltern und Kinder mit einem Arbeitspensum von 50 Prozent. Die Kirchgemeinde bestätigte an ihrer Versammlung in der Kirche Rüfenacht den vom Kirchgemeinderat berufenen Pfarrer. Schwarz hatte sein Vikariat in der Kirchgemeinde Worb absolviert und war zuletzt Pfarrer in Thun-Strättligen. Er werde kein Gebiet betreuen, sondern nebst den üblichen pfarramtlichen Tätigkeiten vorab auf die Anliegen von Eltern und Kindern eingehen, sagt Urs Tännler, Präsident der Kirchgemeinde. Ernst Bützberger und Peter Kühn ersetzen im Worber Kirchgemeinderat Roger Begert und Peter Jörg.

Der Bund, 28. Juni 2002

WORB/RÜFENACHT

Wechsel im Pfarramt Rüfenacht

pd. Pfarrerin Sabine Wälchli-Bollinger und Pfarrer Stefan Heinrich Wälchli übernehmen per Anfang Oktober das Pfarramt Rüfenacht. Das Ehepaar, das die Kirchgemeindeversammlung der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde Worb an ihrer Versammlung gewählt hat, versieht seinen Dienst derzeit im solothurnischen Dulliken. Pfarrerin und Pfarrer Wälchli werden sich die 100-Prozent-Stelle in Rüfenacht zu je 50 Prozent teilen. Der heute in Rüfenacht tätige Pfarrer Markus Niederhäuser wurde an die Stadtberner Nydeggkirche berufen. Der Abschiedsgottesdienst für Niederhäuser findet am 15. September statt.