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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Kirchenrestaurierung Worb - Besichtigungen

Inserat: Anzeiger für das Amt Konolfingen vom 17. Februar 1984

Kirchgemeinde Worb

Einladung zur Besichtigung der Kirche Worb

am Samstag, 25. Februar 1984, ab 13 bis ca. 14 Uhr

Im Chor der gegenwärtig in Restaurierung begriffenen Kir-
che Worb sind im Moment die freigelegten Blumenmalereien
zu sehen. Wir hoffen, Ihnen am Samstag auch sagen zu kön-
nen, was mit diesen Malereien geschieht. Im Kirchenschiff
wird ein Muster der neuen Decke zu besichtigen sein.

Die Besichtigung ist zeitlich so angesetzt, dass vorher evtl.
der Suppentag «Brot für Brüder» im Kirchgemeindehaus be-
sucht werden kann.

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Der Kirchgemeinderat Worb

Der Bund, 27. Februar 1984

Worb:

Restauration verzögert sich

Restauration der Kirche Worb wird vermutlich erst im Sommer fertig

bkw. Restaurationen von alten Gebäuden bergen immer die Gefahr von Überraschungen in sich. Dies bekam man auch in der Kirche Worb zu spüren. Weil unvorhergesehene Malereien im Gewölbe des Chors auftauchten und die Dachkonstruktion geändert werden muss, wird die Restauration erst ungefähr in den Sommerferien fertig.

Nachdem schon die archäologischen Grabungen eine relativ reiche Beute ergeben haben, war man einigermassen erstaunt, als im Gewölbe des Chors der Kirche Worb Malereien zum Vorschein kamen. Blumen-Dekorationen waren es, die man freilegen konnte, was natürlich seine Zeit beanspruchte. Nach weiteren Untersuchungen die die Restauratoren unternahmen, wurde aber klar, dass es von den jüngsten Malereien in der Kirche waren: erst aufgemalt bei der Renovation vor ungefähr achtzig Jahren und schon dreissig Jahre später wieder übermalt. Und weil sie erst noch im barocken Stil gemalt sind und damit nicht in das gotische Chor passen, entschloss man sich, sie nun erneut zu übermalen - natürlich nicht ohne sie genau zu erfassen und zu konservieren. Vielleicht würden sie die Nachfahren in zwei- bis dreihundert Jahren ja wieder einmal freilegen, bemerkte Baukommissionspräsident Hans Ulrich Steiner bei einer öffentlichen Führung...

Nicht nur die gefundenen Malereien trugen das ihre zur Verzögerung der Restauration bei: Erst als man, nach der Fertigstellung der Grabarbeiten im Schiff, ein Gerüst aufstellen konnte, bemerkte man, dass die geplante Verstärkung der Dachkonstruktion nicht möglich ist. Darum galt es, eine neue Konstruktion mit Stahlverstärkung zu berechnen und zu konstruieren. Architekt Wilhelm Nöthiger gab sich jedoch zuversichtlich, dass nun der neue Fertigstellungstermin in den Sommerferien eingehalten werden könne. Restaurationen sind eben mit vielen Unbekannten behaftet ...

BZ, Dienstag, 28. Februar 1984

Jugendstil-Fresken kamen zum Vorschein

Die Renovationsarbeiten bei der Worber Kirche verzögern sich

Die Worber müssen bis in den Sommer auf ihre «neue» Kirche warten. Die Entdeckung von Jugendstil-Fresken hat die Renovationsarbeiten verzögert. Die Malereien werden nun konserviert, um dann mit einer Schutzfarbe übermalt zu werden. Sie passen nämlich nach Ansieht der Restauratoren nicht zur Architektur der Kirche.

lkr. Seit Ostern 1983 wird der Innenraum der Worber Kirche restauriert. Dabei haben die Restauratoren unerwartete Entdeckungen gemacht: Letzten Sommer legte ein Team von Archäologen im Kirchenschiff mehrere Gräber aus dem 14. Jahrhundert frei. Wenig später kamen an der Westwand gotische Wandmalereien zum Vorschein. «Diese Bilderbibeln stammen aus dem 15. Jahrhundert und müssen unbedingt erhalten werden», meint der zuständige Restaurator Michael Fischer. Im Moment ist noch nicht viel von diesen Fresken zu sehen. Die Originalsubstanz ist sehr schlecht erhalten. Die Restauratoren arbeiten nun daran, die Überreste der Malereien, die ursprünglich alle Mauern bedeckt hatten, zu konservieren und für den Laien ablesbar zu machen.

Malereien im Chor

Trotz dieser unerwarteten Entdeckungen konnte der Zeitplan bis jetzt eingehalten werden. Man hoffte, bis Ostern fertig zu sein. Vor vier Wochen entdeckten die Restauratoren aber im Chorgewölbe neue, bis jetzt unbekannte Malereien. «Wir wussten zuerst nicht, wie alt diese Blumenornamente an der Decke des Chors sind und mussten deshalb sehr behutsam vorgehen», erklärt Michael Fischer. Unterdessen hat sich herausgestellt, dass die Fresken erst 80 Jahre alt sind. Es sind Jugendstilmalereien in Anlehnung an gotische Vorbilder. Michael Fischer: «Das ist keine grosse Kunst, sondern lediglich ein Modetrend aus der Jahrhundertwende. 30 Jahre später wurde alles wieder übermalt.» Die verschnörkelten Blumen-Dekorationen werden nun konserviert und dokumentiert. Die Restauratoren sind der Ansicht, dass sich die Fresken im Chor nicht mit der jetzigen Architektur der Kirche vertragen. Sie bleiben deshalb nicht sichtbar, sondern verschwinden wieder unter einer schützenden Farbschicht. «Vielleicht hält man sie in 300 Jahren für künstlerisch wertvoll. Dann kann man sie immer noch freilegen», kommentierte Kirchgemeinderat Steiner. Neben den Malereien im Chor haben auch Probleme mit der Dachkonstruktion den Zeitplan der Restauration durcheinandergebracht. Die Details für die Verstärkung des Daches konnten erst abgeklärt werden, als ein Gerüst zur Verfügung stand. Dies war aber erst nach Beendigung der archäologischen Grabungen möglich. Die geplante Stahlkonstruktion muss jetzt berechnet und konstruiert werden.

Inserat: Anzeiger für das Amt Konolfingen vom 25. Januar 1985