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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

«Energiestadt Worb»

BZ, 6. Januar 2000

GFL WORB

«Gemeinde soll handeln»

Die Grüne Freie Liste verlangt mit einem Vorstoss, dass die Gemeinde Worb in Sachen Energie aktiv wird.

«Energiestadt Worb»: Dieses Label wollen die Grünen der Gemeinde Worb erreichen. Darum verlangen sie vom Gemeinderat, dass jetzt in Sachen Energie gehandelt wird. Punktuelle Massnahmen wie die Solar-Warmwasseranlage im Schulhaus Rüfenacht oder einzelne begrünte Flachdächer seien zwar ein Ansatz, aber genügten nicht, schreibt die Grüne Freie Liste (GFL) Worb in einer Mitteilung. Der Verbrauch von nichterneuerbaren Energien sei zu senken, verlangt die GFL.

Die Gemeinde Worb verhalte sich in Fragen der Energienutzung und der Energiebeschaffung eher abwartend und passiv. Das stört die Grünen. Worb springe immer erst beim zweitletzten Wagen auf, um nicht das Schlusslicht tragen zu müssen. Andere Gemeinden, wie Münsingen, Ostermundigen und Langenthal aber hätten laut GFL auf der Lokomotive Platz genommen. Die GFL fordert, dass sich auch Worb dort einreiht und eine konsequente Energiepolitik betreibt.

mg/cng

Der Bund, 7. Januar 2000

WORB

Grüne wollen Label

brg. Mit einer Motion im Gemeindeparlament will die Grüne Freie Liste Worb erreichen, dass Worb «die Energiefrage bewusster und intensiver» angeht, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist. Konkret verlangt die Partei, Worb solle das Label Energiestadt (der «Bund» berichtete) anstreben und die Vorgaben von Energie 2000 umsetzen. Punktuelle Massnahmen wie die Solar-Wasseranlage im Schulhaus Rüfenacht und die Begrünung einzelner Flachdächer seien zwar gute Ansätze, reichten aber nicht aus, den Verbrauch der nichterneuerbaren Energien auf ein vertretbares Mass zu senken, heisst es in der Pressemitteilung weiter.

BZ, 17. Mai 2000

WORB

«Energie ist kostbar»

Die Worber Behörden sollen in Energiefragen über die Bücher gehen. Das wollte GFL-Präsident Hans-Ulrich Steiner mit einer Motion erreichen. Anstoss dafür sollte die Bewerbung um die Labels «Energiestadt» und «Energie 2000» geben. «Energie ist ein kostbares Gut. Und ein sorgsamer Umgang mit ihr ist unsere Pflicht», begründete Steiner seinen Vorstoss.

Worb sei mit seiner Energiepolitik auf dem richtigen Weg, entgegnete Gemeinderat Ernst Hauser (SVP). Und er riet dem Parlament davon ab, die Motion zu überweisen. «Unterschätzt die Kosten nicht», mahnte er. «Wer weiss, ob wir nicht eine neue Stelle schaffen müssten.»

«Wir wollen keinen unnötigen Bürokratismus», doppelte FDP-Sprecherin Franziska Fritschy nach. «Worb braucht keine Labels, um sorgfältig mit der Energie umzugehen.» Dem hielt Hans Ulrich Joss (SP) entgegen, Ziel des Ganzen sei einzig, die Energiepolitik zu überdenken. «Eine Gesamtschau wäre sinnvoll.» Schliesslich folgte die Mehrheit des Parlaments der Argumentation von Steiner und Joss und überwies den Vorstoss in Form eines Postulat.

ger


Der Bund, 20. Mai 2000

WORB

Voller Energie

pd. Worbs Exekutive ist gebeten, die Arbeiten zum Erreichen der Labels Energiestadt und Energie 2000 in Angriff zu nehmen. Das Gemeindeparlament hat an seiner Sitzung ein Postulat von Hans-Ulrich Steiner (gfl) erheblich erklärt.

Der Bund, 5. Februar 2003

Argumente für ein Label

Gegen den Willen des Gemeinderats strebt Worb das Energiestadt-Label an

Eigentlich wollte der Worber Gemeinderat das Thema «Energiestadt» zu den Akten legen. Ihm scheint der finanzielle Aufwand für den Erwerb des Labels zu hoch. Auch wenn dieser ein wichtiger Schritt im Sinne der lokalen Agenda 21 wäre, schreibt der Gemeinderat in seinem Abklärungsbericht, seien in Worb die personellen und finanziellen Kapazitäten nicht vorhanden. Gemeinderat Ernst Hauser sprach im Rahmen einer kleinen Energie-Debatte im Grossen Gemeinderat von Worb am Montag von einem Einmalaufwand von 200'000 Franken und weiteren Kosten, die noch nicht berechenbar seien. Unterstützung erhielt die Exekutive von Ueli Brechbühl (svp): «Lieber nach Energievorbildern leben, als ein Zertifikat erlangen»; oder Hanspeter Stoll (fdp): «Labels sind primär Bürokratie».

Die Parlamentsmehrheit machte dem Ansinnen des Gemeinderats aber einen Strich durch die Rechnung. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) bedauerte die Haltung des Gemeinderates, das Thema Energiestadt-Label nicht mehr weiterverfolgen zu wollen - wären die Voraussetzungen in Worb doch erfüllt. Es sei aus Sicht der GPK unverständlich, aufgrund von fehlenden Kapazitäten auf die Erlangung des Labels zu verzichten, sagte Bruno Wermuth (svp). Hans Ulrich Steiner (gfl) warf dem Gemeinderat vor, beim Thema Energie auf die Bremse zu stehen. Ausserdem sagten er und andere Redner, dass viele «Energiestadt»-Gemeinden mit einer 10-Prozent-Stelle die personellen Anforderungen abdecken würden. Das Parlament beschloss schliesslich, das von Hans Ulrich Steiner bereits vor zwei Jahren eingereichte Postulat zur Erlangung des Labels nicht zu den Akten zu legen. Mit 19 zu 16 Stimmen wurde der Vorstoss nicht abgeschrieben. (mic)

BZ, 5. Februar 2003

«ENERGIESTADT» WORB

Parlament will das Label

Worb bemüht sich um eine sinnvolle Energiepolitik und setzt sich konkrete Ziele: das Label «Energiestadt».

Helena Jansen

Das Worber Parlament will eine vernünftige Umweltpolitik und einen sparsamen Umgang mit Energie: Die Orientierung am Label «Energiestadt» soll verhindern, dass es dabei bei leeren Worten bleibt. Das Parlament entschied sich am Montag für einen entsprechenden Antrag der Geschäftsprüfungskommission.

Im Grundsatz einig

Das Qualitätslabel «Energiestadt» erhalten Gemeinden, die ausgesuchte energiepolitische Massnahmen realisieren. Das Zertifikat verpflichtet Worberinnen und Worber zu einem haushälterischen Umgang mit Energie und einer nachhaltigen Umweltpolitik - Grundsätze, gegen die am Montag auch Kritiker des Labels nichts einzuwenden hatten. «Politischen Zündstoff» berge jedoch der damit verbundene finanzielle Aufwand, warnte Gemeinderat Ernst Hauser (SVP).

«Geld für ein Stück Papier»

«Für diese Aktion brauchen wir mehr Personal», sagte Hauser. Es sei zudem mit einmaligen Kosten von 200'000 Franken zu rechnen. «Viel Geld für ein schön gerahmtes Zertifikat», kritisierte Hauser weiter. Sein Fazit: «Wir können auch Energie sparen, ohne für unnötiges Papier Geld auszugeben.»

Völlig willkürlich sei der genannte Kostenvoranschlag, kritisierte dagegen Jürg Kaufmann (SP) die Rechnung seines Vorredners. Er sei überzeugt, dass Worb über genügend Personal verfüge. Ähnlich argumentierte Hans Ulrich Steiner (GFL): «Der Aufwand für das Label beträgt in anderen Gemeinden nur zwischen fünf und zehn Stellenprozent.» Bereits im Januar 2000 hatte sich Steiner für die Aktionen «Energiestadt» Worb und «Energie 2000» stark gemacht und dem Gemeinderat eine Motion überreicht.

Dem gemeinderätlichen Vorschlag, den Vorstoss abzuschreiben, stimmte das Parlament gestern nicht zu. Mit 20 zu 16 Stimmen unterstützte die Legislative den Antrag der Geschäftsprüfungskommission: der Gemeinderat muss sich weiterhin mit dem Zertifikat auseinander setzen.

BZ, 18. Februar 2003

«ENERGIESTÄDTE» IN DER REGION BERN

«Es wirkt einfach professioneller»

Ob aus wirtschaftlichen oder aus Imagegründen: Immer mehr Gemeinden werden zu «Energiestädten». Experte Walter Kubik* erklärt, was dieses Label bringt, was es kostet und wie es erarbeitet werden muss.

Interview: Johannes Hofstetter

Herr Kubik: Was ist eine «Energiestadt»?

Walter Kubik: Eine Gemeinde, die ihre Planungs- und Bewirtschaftungssysteme im Energiebereich nach bestimmten Kriterien strukturiert, aufzeigt und durchführt. Selbstverständlich dient die Auszeichnung auch der Imagepflege.

Das klingt jetzt etwas theoretisch.

In der Praxis sieht es so aus, dass eine Gemeinde in energierelevanten Angelegenheiten die gesetzlichen Minimalanforderungen deutlich übertrifft und ihnen ein «Gesicht» gibt.

Was heisst «energierelevant?»

Damit meinen wir alles, was mit dem Bau und der Planung, der Energie-, Wasser- und Gasversorgung, mit dem Abwasser, dem Verkehr, der Öffentlichkeitsarbeit und der internen Organisation einer Gemeinde zusammenhängt.

Anders gefragt: Was hat eine Gemeinde davon, wenn sie sich «Energiestadt» nennen darf?

Sie verfügt über ein klares, modernes Erscheinungsbild, beweist ihre Umweltfreundlichkeit und wirkt nach aussen hin einfach professioneller geführt. Darüber hinaus ist sie viel unabhängiger von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas. Und schliesslich wird bei vielen Gebäuden, Anlagen und Fahrzeugen auch wesentlich weniger Energie verbraucht, was sich am Ende positiv auf die Gemeindefinanzen auswirkt.

Was muss eine Gemeinde unternehmen, um das Label zu erhalten?

Erst beschliesst der Gemeinderat, den Weg zum Label «Energiestadt» einzuschlagen. Dann setzt sich die Behörde mit einem «Energiestadt»-Berater zusammen, welcher den Prozess anschliessend begleiten wird. Gemeinsam machen die Gemeinde und der Berater eine Bestandesaufnahme. In einem verbindlichen Katalog sind neunzig Massnahmen festgelegt.

Und dann?

Das Ergebnis dieser Prüfung zeigt, wie weit die Gemeinde fortgeschritten ist. Dazu gehört eine Energiebuchhaltung. Aus dieser muss hervorgehen, wo wie viel Energie verbraucht wird und welche Einsparmöglichkeiten bestehen. Wenn erst wenige Anstrengungen unternommen worden sind, muss die Gemeinde handeln und die Schwachpunkte ausmerzen. Am Ende des ganzen Prozesses findet mit einem unabhängigen Experten eine Vorprüfung statt. Die entsprechenden Resultate werden der Labelkommission vorgelegt. Diese entscheidet dann, ob die Leistungen für die Erteilung des Zertifikates genügen. Falls alles in Ordnung ist, steht einer Auszeichnung nichts mehr im Wege.

Damit ist der Fall dann abgeschlossen.

Nein, nein. In der Gemeinde wird Jahr für Jahr eine Standortbestimmung gemacht. Und drei Jahre nach der Zertifizierung wird sie nochmals auf Herz und Nieren geprüft. Im schlimmsten Fall muss die Auszeichnung dann wieder zurückgegeben werden.

Ist das schon vorgekommen?

Ja, aber nicht im Kanton Bern. Eine kleine Landgemeinde hat auf die erneute Prüfung nach drei Jahren verzichtet und das Label dadurch verloren.

Wie lange dauerts vom Wunsch, das Label zu erhalten, bis zu dessen Verleihung?

Wenn sich die Gemeinde schon vorher einigermassen um Nachhaltigkeit und Energie gekümmert hat, wird ein Jahr genügen. Falls sie praktisch bei Adam und Eva anfangen muss, kanns zwei bis drei Jahre dauern.

Was kostet die ganze Übung?

Die Prozessbegleitung und Vorprüfung kommt auf zehn- bis zwanzigtausend Franken zu stehen.

Also ist das Label «Energiestadt» auch für kleinere Dörfer erschwinglich.

Eigentlich schon. Es kommt halt ganz darauf an, wo der Gemeinderat die Prioritäten setzt. Falls sich die Gemeinde dazu entschliesst, eine «Energiestadt» werden zu wollen, kann sie sich darauf verlassen, dass sie im Erfolgsfall besser organisiert ist denn je.

Welche Konsequenzen hat das für die Steuerzahler?

Langfristig sehr positive: Erstens ist «ihre» Gemeinde als «Energiestadt» weniger abhängig von den Kapriolen des Energiemarktes und kann so viel Geld einsparen. Zweitens bietet die Gemeinde Firmen, die entsprechende Produkte anbieten - Baugeschäften, Architekturbüros oder Herstellern von Holzheizungen und Sonnenkollektoren -, ein ideales Arbeitsumfeld. Das Label «Energiestadt» ist ein solider Baustein für ein erfolgreiches Standortmarketing.

* Walter Kubik ist Fachleiter beim Wasser- und Energiewirtschaftsamt des Kantons Bern und Vorsitzender der Labelkommission von «Energiestadt».

WER IST DABEI?

Elf Berner Gemeinden zertifiziert

Das Label «Energiestadt» haben schweizweit bisher 82 Gemeinden und zwei Regionen aus 17 Kantonen erhalten. Über 1,5 Millionen Einwohner können sich also «Energiestädter» oder «Energiestädterinnen» nennen. Im Kanton Bern wurden bis heute folgende Gemeinden zertifiziert: Bern, Burgdorf, Köniz, Langenthal, Lyss, Münchenbuchsee, Münsingen, Ostermundigen, Urtenen-Schönbühl, Wohlen und Zollikofen.

Unlängst haben sich auch die Exekutiven von Moosseedorf und Worb dazu entschieden, ihre Gemeinden in absehbarer Zukunft zu «Energiestädten» zu machen.

jho

Weitere Informationen unter www.energiestadt.ch

Landbote, 14. April 2005

Gemeinde Worb

Zur «Energiestadt» gekürt

Die Gemeinde Worb schont ihre Ressourcen. Als Belohnung darf sie sich nun mit dem angestrebten Energielabel schmücken.

mks. Am 2. Juni, anlässlich des alljährlichen Worber Wirtschaftsapéros, wird die Berner Regierungspräsidentin Barbara Egger die Gemeinde Worb offiziell zur «Energiestadt» ernennen. Das von «Energie Schweiz» verliehene Label ist eine Auszeichnung für Gemeinden, die sich aktiv um die Schonung der natürlichen Ressourcen bemühen. Worb erhält das Energielabel als 13. Gemeinde des Kantons Bern.

Logische Folge

Laut Gemeinderat Peter Hubacher (SVP) sind es vor allem das sehr gute öffentliche Verkehrsangebot, sowie diverse Schnitzel- und Solarheizungen, welche Worb die nötigen Punkte eingetragen haben. Speziell auf das Label hingearbeitet habe man indes nicht. Diese Auszeichnung sei vielmehr die logische Folge einer modern strukturierten Energiepolitik und deren konsequenter Umsetzung.

Hubacher weist aber ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei der «Energiestadt» nicht um ein Label auf Lebzeiten handelt. Alle zwei Jahre wird die Auszeichnung von neuem überprüft. Durch einen weiteren Ausbau des ÖV sowie gezielte bauliche Massnahmen kann sich Worb das Label immer wieder verdienen.

PR-Instrument

«Eines unserer Defizite liegt darin, unsere Energiepolitik der Bevölkerung zu vermitteln», gibt Hubacher zu bedenken. «In der Kommunikation können wir uns noch verbessern.» Mit dem Label, das an sich keinen finanziellen Nutzen bringt, verfügt der Gemeinderat jetzt über ein optimales PR-Instrument, ist Hubacher überzeugt: «In Worb lebt es sich gut.»

BZ, 1. Juni 2005

WORB

Mehr Öko fürs Dorf

Bald werden öffentliche Bauten in Worb teilweise mit Ökostrom versorgt. Das Parlament hat dem Kauf von jährlich 800'000 Kilowattstunden am Montagabend zugestimmt. Die jährlichen Mehrkosten betragen dadurch 34'000 Franken. Die Gemeinde habe eine gewisse Vorbildrolle, begründete der Gemeinderat diesen Kauf. Die GFL wollte noch weiter gehen und den gesamten Strombedarf von Gemeindebauten durch Ökostrom abgedeckt haben. Doch der Antrag wurde ebenso abgelehnt wie jener der FDP, die gegen den Kauf war: «Wir sollten nicht Ökostrom einkaufen, um unser Gewissen zu beruhigen, sondern einen geringeren Stromverbrauch anstreben», hiess es von Seiten der FDP.

BW

BZ, 3. Juni 2005

WORB

Label für die Energiestadt

Worb darf sich Energiestadt nennen. Am Wirtschaftsapéro gestern Abend wurde der Gemeinde das Label überreicht.

Regierungsrätin Barbara Egger überreichte die Urkunde persönlich: Worb zählt neu zu den Energiestädten. Dieses Label, das durch eine unabhängige Kommission des «Trägervereins Energiestadt» verliehen wird, zeichnet Ortschaften für ihre engagierte Energiepolitik aus. Worb ist die 14. Gemeinde im Kanton, die sich Energiestadt nennen darf. «Wir können ein gutes Angebot im öffentlichen Verkehr vorweisen, haben Solaranlagen und Holzschnitzelheizungen vorzuweisen», zählt der zuständige Gemeinderat Paul Hubacher die Verdienste der Gemeinde punkto Energiepolitik auf. Damit gebe man sich aber nicht zufrieden, sondern strebe weitere Ziele an. «Etwa die Renaturierung der Worble und die bessere Information.» Zudem werde derzeit geprüft, ob man in Worb einen Energieberater einsetzen wolle, so Hubacher.

Die Forderung nach dem Label Energiestadt geht zurück auf ein Postulat der GFL im März 2000. 2003 erfolgte eine erste Standortbestimmung. Bis gestern, als anlässlich des zweiten Wirtschaftsapéros Barbara Egger das Label überreichte, hat Worb rund 20'000 Franken dafür aufgewendet.

BW

Landbote, 9. Juni 2005

Öko-Massnahmen wurden belohnt

Die Berner Regierungsrätin Barbara Egger hat die Gemeinde Worb offiziell zur «Energiestadt» ernannt.

Marc Kipfer

«Ob Licht, Beheizung, Verkehr oder Informatik - die Verfügbarkeit von Energie bestimmt unser tägliches Leben.» Mit diesen Worten eröffnete Gemeindepräsident Peter Bernasconi das Worber Wirtschaftsapéro vom 2. Juni. Laut Bernasconi liegt die Verantwortung für die Energieversorgung bei der Gemeinde. Dabei komme es auch auf eine gewisse Vorbildfunktion an, woran sich die Gemeinde Worb halte. Ein neuerliches Beispiel dafür lieferte kürzlich der Grosse Gemeinderat, als er dem Kauf von 800'000 Kilowattstunden Ökostrom aus zertifizierten Wasserkraftwerken zustimmte. Beinahe wäre diese Strommenge sogar verdoppelt worden - ein entsprechender Antrag wurde nur knapp abgelehnt.

Konsequente Umsetzung

Als 13. Gemeinde des Kantons Bern wurde die Gemeinde Worb nun zur «Energiestadt» gekürt. Das von «Energie Schweiz» verliehene Label ist eine Auszeichnung für Gemeinden, die sich aktiv um die Schonung der natürlichen Ressourcen bemühen. Anlässlich des Worber Wirtschaftsapéros überreichte die Berner Regierungsrätin Barbara Egger der Gemeinde das Label offiziell, nachdem die Auszeichnung bereits am 8. März dieses Jahres in Kraft getreten war. Obwohl man in Worb laut verschiedenen Stimmen aus dem Gemeinderat nie speziell auf dieses Label hingearbeitet hat, wurden Energiesparmassnahmen seit längerer Zeit konsequent umgesetzt. So wurden in den letzten Jahren verschiedene Anstrengungen zur Verbesserung der Lufthygiene und zur Schonung von wertvollen Ressourcen auf dem Worber Gemeindegebiet unternommen. Eine kleine Auswahl verdeutlicht dies.

Vorbildfunktion

Die von Bernasconi gern zitierte Vorbildfunktion der Gemeinde wird in Worb in die Tat umgesetzt. Bereits im Leitbild der Gemeinde steht es klar und unmissverständlich geschrieben: Worb Dorf wird mit sämtlichen Ortschaften durch den öffentlichen Verkehr verbunden. Diese Anstrengungen der Gemeinde Worb, das bestehende ÖV-Angebot noch zu verbessern, werden ergänzt durch effiziente und Ressourcen schonende Beheizungskonzepte. Die Gemeinde geht auch hier mit gutem Beispiel voran. So wird das Bärenzentrum inklusive dem Gemeindehaus mit Holzschnitzeln geheizt. Gleiches gilt für die Schule Richigen. In der Schule Rüfenacht wird das Duschwasser mit Sonnenenergie auf die richtige Temperatur erhitzt. Die «urwaldfreundliche» Gemeindeverwaltung geht beim Einkauf von Büromaterialien auf Nummer sicher und erwirbt nur Holz und Papier aus schonender Waldwirtschaft ohne Raubbau. Die Energiestadt-Beraterin stellte weiter fest, dass Worbs Behörde engagiert und gewissenhaft bei regionalen und kantonalen Vorlagen und Strategievorlagen mitwirkt. «Eines unserer Defizite liegt darin, unsere Energiepolitik der Bevölkerung zu vermitteln», stellte Gemeinderat Peter Hubacher an einem Medienapéro im März fest. Diese und weitere Faktoren will man in Worb in den kommenden Jahren anpacken und den Umwelt- und Ressourcenschutz auf dem Gemeindegebiet damit weiter voran treiben. Worb hat erkannt, dass sich nachhaltiges Wirtschaften auszahlen kann. Barbara Egger würdigte dies mit einem Zitat des SOS-Kinderdorf-Gründers Hermann Gmeiner: Alles Grosse in unserer Welt wird nur dadurch Wirklichkeit, dass irgendwer mehr tut, als er muss.