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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

FWW - Freie Wähler Worb

BZ, 13. Februar 2003

WORB

Schluss mit den Freien Wählern

Zur Gründung des Worber Parlaments haben sich die Freien Wähler zusammengetan. jetzt wollen sie sich trennen.

Brigitte Walser

Die Freien Wähler Worb (FW) stehen vor dem Aus: Der Vorstand wird an der nächsten Versammlung beantragen, die Gruppierung aufzulösen. FW-Parlamentarier Jonathan Gimmel bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht der «Worber Post». Inzwischen könnten politisch Interessierte, die sich nicht einem strikten Parteiprogramm unterwerfen wollten, auch in den traditionellen Parteien aktiv sein, es brauche keine eigene Gruppierung mehr, begründet Gimmel die Auflösungsabsichten. Zudem spürten auch die Freien Wähler das abnehmende politische Interesse in der Bevölkerung. Und schliesslich sei eine Partei, die sich auf Lokalpolitik beschränke, nur bedingt handlungsfähig.

Verknüpft mit Parlament

Die Freien Wähler wurden 1972 ins Leben gerufen. Ausschlaggebend sei die Gründung des Gemeindeparlaments gewesen, sagt Gimmel. Auf Anhieb erreichten die Freien Wähler sieben Sitze im Worber Parlament. Heute sind es drei Mandate. Im Jahr 2000 stellten sie mit Jonathan Gimmel den Parlamentspräsidenten. Bis 1992 waren sie auch im Gemeinderat vertreten.

Wie weiter?

Rund 35 Mitglieder zählen die Freien Wähler heute. Mindestens ein Drittel davon muss an der Versammlung vom 25. Februar teilnehmen, damit das Aus des Vereins beschlossen werden kann. Und mindestens zwei Drittel der anwesenden Mitglieder müssen der Auflösung zustimmen.

Die drei FW-Parlamentsmitglieder Ruth und Jürg Bichsel sowie Jonathan Gimmel wollen weiter im Worber Grossen Gemeinderat politisieren. Wie und ob allenfalls in welcher Fraktion, dazu wollte sich Jonathan Gimmel gestern noch nicht äussern. «Wir besprechen an der Versammlung zuerst mit unseren Mitgliedern das weitere Vorgehen.» Über einen Parteiwechsel Gimmels wird in Worb schon lange spekuliert.

Am 26. Februar, also genau einen Tag nach den Freien Wählern, wird die SP ihre Versammlung abhalten. Diejenige der SVP erfolgt voraussichtlich erst Ende März. Die FDP wird Mitte Mai tagen.

Der Bund, 13. Februar 2003

WORB

Freie Wähler ändern Richtung

Im Sommer könnten die Freien Wähler Worb (FWW) ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Jetzt aber wird das runde Jubiläum wohl Anlass zur Beerdigung der viertstärksten Kraft im Gemeindeparlament. Wie die «Worber Post» berichtet, beantragt der Vorstand der FWW nämlich seinen Mitgliedern an der Generalversammlung vom 25. Februar die Auflösung des Vereins. Das heisst aber nicht, dass die drei FWW-Mitglieder im Gemeindeparlament den Bettel hinwerfen - im Gegenteil. Wie FWW-Präsidentin Ruth Bichsel sagt, habe man «sehr genau» abgesprochen, wie es weitergehe. So ist davon auszugehen, dass die drei Ratsmitglieder ihre Dienste wohl anderen Parteien zur Verfügung stellen.

In Spitzenzeiten der Freien Wähler, die anlässlich der Gründung des Grossen Gemeinderats ins Leben gerufen wurden, zählte der Verein 132 Mitglieder. Die FWW waren mit sieben Mitgliedern im Rat vertreten. Zwischen 1973 und 1992 stellten sie stets einen Gemeinderat. Wie Ruth Bichsel sagt, habe sich die politische Landschaft im Laufe der Jahre jedoch stark verändert. Die Partei leide unter Nachwuchsproblemen. Zudem würden traditionelle Parteien mittlerweile auch Leute ohne Parteibuch aufnehmen. Und für die Mitglieder der kleinen GGR-Fraktion sei es zu aufwändig geworden, sich umfassend auf die Geschäfte vorzubereiten. (mic)

BZ, 17. Februar 2003

NÄRRISCHE ZEITEN

Drei Freie suchen den Anschluss

Wie werden sich Jonathan Gimmel, Ruth und Jürg Bichsel an der Fasnacht verkleiden? Die drei (noch) Freien Wähler aus Worb verraten nichts, haben einzig verlauten lassen, dass sie ihre bisherige Clique auflösen wollen. Es wird gemunkelt, dass sie sich einer anderen Clique anschliessen wollen. Nur welcher? Den Narren im roten Kostüm oder den Blau-weiss-rot-Gestreiften oder gar den Grünen? Die drei schweigen beharrlich. Es bleibt uns nur, die Fasnacht abzuwarten. Dann wird klar, welche der Cliquen Verstärkung erhalten hat. Irgendwo in einer hintersten Reihe werden drei Narren um Anschluss bemüht sein, die von Tuten und Blasen sehr wohl eine Ahnung haben. Ihr Spiel wird etwas freier klingen als das der Übrigen. Und weniger linkisch.

Es geht übrigens in Worb das Gerücht um, dass die Clique der Roten heuer drei Kostüme samt roten Perücken auf Reserve anfertigen liess. Zu welchem Zweck ist völlig unklar.

bw

Die richtige Verkleidung - wir kennen sie. Während der Fasnachtszeit ist in der Region Bern niemand vor einer Kostümberatung der BZ-Redaktion sicher.

Der Bund, 27. Februar 2003

Freie Wähler werden SPIer

Die Freien Wähler Worb beschlossen nach 30 Jahren einstimmig ihre Auflösung.

MICHAEL SAHLI

Gegründet, um auch als politisch Unabhängige mitreden zu können - aufgelöst, um weiterhin als gewichtige Stimmen wahrgenommen zu werden. Das ist, grob vereinfacht, die Geschichte der Freien Wähler Worb (FWW), die an der Generalversammlung vom Dienstagabend nach 30 Jahren zu Ende gegangen ist. Von den 35 Mitgliedern waren 14 anwesend, 10 äusserten sich schriftlich zur Auflösung. Der Entscheid fiel einstimmig.

Das Ende zeichnete sich ab: Die politische Arbeit wurde der kleinen Fraktion im Laufe der Zeit zu umfangreich und zu aufwändig, der politische Einfluss, mit stetig schwindender Mitgliederzahl, zu gering. «Der von uns angestrebte Austausch mit Gemeindebürgern ist echolos geblieben», sagt die ehemalige Parteipräsidentin Ruth Bichsel. Vor allem aber habe sich die moderne Politik immer mehr von kommunaler Steuerung hinzu regionaler oder gar kantonaler Strategie entwickelt, begründen die ausschliesslich auf Gemeindeebene aktiven FWW den Entscheid. Diese Konstellation habe auch ein weiterführendes politisches Engagement unmöglich gemacht, sagt Ruth Bichsel, obwohl weder sie noch ihr Mann Jürg Bichsel politische Ambitionen hegten.

Kommissionsmitglieder bleiben

Drei Freie Wähler, Ruth und Jürg Bichsel sowie Jonathan Gimmel, sind gegenwärtig Mitglieder des Worber Parlaments und bildeten damit bisher die viertstärkste Kraft. Um in Zukunft unter anderem von einem professionelleren Parteiumfeld, vom direkten Einfluss auf die Exekutive und vom besseren Zugang zu Informationen zu politischen Themen profitieren zu können, haben die drei den Wunsch geäussert, sich der SP anzuschliessen - Gimmel und Ruth Bichsel als Vollmitglieder, Jürg Bichsel als Parteiloser. Den Mitgliedern sei der Wechsel zur SP freigestellt, sagte die Parteipräsidentin. Die Kommissionsmitglieder verbleiben im Amt bis Ende der Legislatur. Die SP-Parteiversammlung hat dem Aufnahmegesuch der Ex-FWW-Parlamentarier gestern Abend zugestimmt.

Bereicherung für die SP

Die Nähe zur SP überrascht nicht. «Wir waren mehrheitlich, wenn auch nicht immer, gleicher Auffassung», sagt Bichsel. Aber: «Einem Stimmzwang in der SP-Fraktion würden wir uns nicht unterwerfen.» Sie seien sicher eine Bereicherung für die SP sagt Bichsel. «Wir stehen für eine Öffnung der Partei zur Mitte hin» - zum Beispiel beim Thema Verkehr.

Mit «Wehmut» hätten sie den Verein am Dienstag zu Grabe getragen, sagt Bichsel. Es habe weh getan, einsehen zu müssen, der Kraft der konventionellen Parteien zu wenig entgegenzusetzen zu haben, meint Ruth Bichsel. Das verbleibende Vereinsvermögen von rund 3000 Franken wollen die ehemaligen Freien Wähler dem Aufbau des Projekts «Kultursäule Worb» - für Plakataushänge der Worber Vereine - zukommen lassen.

BZ, 27. Februar 2003

WORB

Die Freien Wähler gehören der Vergangenheit an

An einer Sitzung haben sich die Freien Wähler aufgelöst. Jonathan Gimmel und Ruth Bichsel wechseln zur SP.

Der Entscheid sei einstimmig gefällt worden, sagt Ruth Bichsel, Expräsidentin der Freien Wähler. Am Montag hat sich die Worber Gruppierung nach 30jähriger politischer Tätigkeit aufgelöst. Parteilose fänden sich heute in allen Fraktionen, begründete Bichsel die Auflösung. «Nüchtern betrachtet hat sich das Konzept Freie Wähler in der Gemeinde Worb überlebt», schrieb der Vorstand. Die rund 35 Mitglieder seien frei in ihrer weiteren politischen Tätigkeit, «Wir geben keine Empfehlung», sagt Bichsel. Sie selbst will mit ihrem Parlamentskollegen Jonathan Gimmel in die SP eintreten. Darüber wurde an der SP-Versammlung von gestern Abend entschieden. Das dritte Parlamentsmitglied Jürg Bichsel wird als Parteiloser in der SP-Fraktion des Grossen Gemeinderates weiter politisieren. Bis Ende der Legislatur werden die Freien Wähler auch ihre Kommissionssitze behalten.

Dadurch, dass die Freien Wähler im Worber Grossen Gemeinderat nun zur SP-Fraktion gehören, ändern sich die politischen Kräfteverhältnisse. Die kleinen Parteien können keinen Minderheitenschutz mehr geltend machen und verlieren damit ihren Anspruch auf Kommissionssitze.

bw

BZ, 28. Februar 2003

WORB

SP erhält Verstärkung

Die beiden Parlamentsmitglieder Jonathan Gimmel und Ruth Bichsel sind neu in die SP aufgenommen worden.

Die SP hat an ihrer Hauptversammlung die beiden Parlamentarier und Ex-Freien-Wähler Jonathan Gimmel und Ruth Bichsel in ihre Partei aufgenommen (siehe gestrige Ausgabe). Jürg Bichsel, das dritte Freie-WählerParlamentsmitglied, wird sich als Parteiloser der SP-Fraktion anschliessen. Damit besitzt die SP neu 13 Parteimitglieder im Worber Grossen Gemeinderat (die SVP 11, die FDP 9) und die SP-Fraktion 14 Mitglieder (die SVP 11, die FDP 10).

Die SP bedaure die Auflösung der Gruppe der Freien Wähler, teilt die Partei in einem Mediencommuniqué mit. Die Sozialdemokraten freuen sich jedoch, «vielen interessierten und engagierten Freien Wählern eine politische Heimat bieten zu können». Der Vorstand der Freien Wähler hat seinen Mitgliedern nach der Auflösung der Gruppierung keine Empfehlung für ihre weitere politische Tätigkeit abgegeben.

Ebenfalls an der Hauptversammlung vom letzten Mittwoch lösten Marianne Gadient und Jürg Kaufmann die beiden Co-Präsidentinnen Christina Schilt und Ursula Forster in ihrem Amt ab.

mg/bw