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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung - Mix: H.U.Steiner

BZ, 17. November 1999

SP WORB

«Wir sollten das Vergangene vergessen und neu starten»

Der Vorstand der Worber SP ist arg dezimiert: Von den elf gewählten Mitgliedern sind gerade noch fünf aktiv. Und an der Parteiversammlung von heute Abend wollen auch diese ihr Amt zur Verfügung stellen.

Michael Gerber

Die Parallelen sind augenfällig: Kaum ist der Wahlkampf vorbei, kaum sind National- und Ständerat neu gewählt, gehen die Genossinnen und Genossen direkt aufeinander los. SP-Präsidentin Ursula Koch gerät unter Beschuss - ihre Führungsqualitäten werden einmal mehr in Frage gestellt. Der streitbaren Zürcherin wird vorgeworfen, sie sei im Wahlkampf zu schwach aufgetreten. Sie habe zu wenige Themen besetzt.

Ähnliches hat sich in den letzten Wochen in der Worber SP abgespielt. Die Genossinnen und Genossen sind unzufrieden: Der Vorstand verfolge keine erkennbaren Ziele. Statt über Politik werde stundenlang über innerparteiliche Strukturen diskutiert, wird hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Deshalb finde der Führungsgremium wohl auch keine Zeit mehr, um Vorstösse zu lancieren oder der Gemeindeparlamentsfraktion klare Vorgaben zu machen.

Im Gegensatz zu seiner nationalen Amtskollegin wird der langjährige SP-Präsident von Worb, Karl Schüpbach, nicht direkt angegriffen. Das wäre politisch unkorrekt, hat doch der sensible, stille Schaffer - wie er von verschiedenen Genossen charakterisiert wird -, kürzlich das Handtuch geworfen. Bei ihm hätten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar gemacht, heisst es in Worb. Für die BZ war der Ex-Präsident in den letzten Tagen nicht zu sprechen.

Wie der Präsident haben kürzlich mehrere Genossen dem Vorstand den Rücken gekehrt: Von den vor zwei Jahren gewählten elf Mitgliedern sind im Moment gerade noch fünf aktiv. Gemäss den Statuten ist der Vorstand damit nicht mehr beschlussfähig - dafür wären sieben nötig.

«Nein es gab keinen Eklat»

Gemeinderätin Anneke Ramseier gehörte dem SP-Vorstand mit einem kurzen Unterbruch fast 15 Jahre an. An der letzten Vorstandssitzung war sie nicht mehr dabei: «Ich hatte einfach genug», begründet sie und fügt leise an, «ausserdem habe ich keine Einladung mehr erhalten.» Dass es im SP-Vorstand einen Eklat gegeben hat, dementiert sie aber umgehend. «Ich möchte die Hintergründe nicht an die grosse Glocke hängen. Wir sollten das Vergangene vergessen und neu beginnen.»

«Ich bin kein Leithammel»

Die Chance für einen Neubeginn will Interims-Präsidentin Christina Schilt bereits heute Abend packen: An der Parteiversammlung will sie die SP Worb wieder auf Kurs bringen. Doch das wird nicht einfach sein: Denn auch die fünf verbleibenden Mitglieder stellen ihr Amt zur Verfügung - um sogleich wieder zu kandidieren. Schilt: «Wir sind auf guten Wegen. Wir haben ausserdem vier Neue gefunden, die mittragen wollen.»

Eine weitere Knacknuss wird es sein, das Präsidium neu zu besetzen: Noch ist unklar, ob eine Einzelperson oder ein Team auf den Schild gehoben werden soll. Christina Schilts Interesse am Präsidium hält sich «in Grenzen». Mehrmals habe die Basis eine starke, ordnende Hand gefordert. «Ich habe jedoch ein anderes Führungsverständnis», so Schilt. «Ich will nicht Leithammel sein.» In einem Kopräsidium würde sie aber «gerne mitarbeiten», sagt sie und ist optimistisch, dass die intensive Arbeit an den Parteistrukturen heute Abend Früchte tragen wird: «Dieses Modell wird sich wohl durchsetzen.»

BZ, 19. November 1999

WORB

«In der SP weht ein neuer Wind»

In der SP Worb übernehmen zwei Frauen das Ruder: Christina Schilt und Ursula Forster teilen sich das Präsidium.

Das Machtvakuum in der Worber SP ist ausgefüllt: Am Mittwoch Abend ist die Parteispitze neu besetzt worden. Das Präsidium teilen sich künftig Ursula Forster und Christina Schilt, die nach dem vorzeitigen Abgang von Karl Schüpbach als Interims-Präsidentin geamtet hatte (die BZ berichtete). «Die Parteiversammlung war ausserordentlich gut besucht», erklärte Schilt gestern auf Anfrage. Und die gut 35 Genossinnen und Genossen hätten das neue Führungsmodell einstimmig und ohne lange Diskussionen genehmigt. «Das ist ein grosser Erfolg», freut sich die Co-Präsidentin. Es wehe ein neuer Wind. Und die SP steige mit Elan in den Wahlkampf. «Bereits am Samstag werden wir an einer von der Fraktion organisierten Retraite über die Wahlkampf-Themen diskutieren.» Daran werden laut Schilt auch der neue Vorstand und Leute von der Basis teilnehmen.

Der neue Vorstand

Im Vorstand engagieren sich neben den Co-Präsidentinnen Schilt und Forster auch René Bauer als Kassier und Christina Helbling als Fraktions-Chefin sowie Gemeindepräsident Peter Bernasconi, Gemeinderat Bruno Haldi, die Parlamentsmitglieder Annette Gfeller und Jürg Kaufmann wie auch Alex Kobel und Martin Lind.

ger

Der Bund, 12. Februar 2004

WORB

SP will langfristige Perspektive

Vor einem Jahr lösten sich die Freien Wähler Worb auf und schlossen sich der SP an. Nun hat sich die Partei Gedanken über ihre künftige Ausrichtung gemacht. Ihr Ziel: «Worb soll sich für alle Generationen, Kulturen und Lebenssituationen als fortschrittliche, attraktive und lebensbejahende Gemeinde weiterentwickeln», heisst es in einem Papier. Und: Die Partei wolle langfristige Perspektiven verfolgen, sagte gestern SP-Fraktionschef Jonathan Gimmel vor den Medien.

Im politischen Konzept «perSPektive 08» hat die SP ihre Ziele für die nächsten fünf Jahre festgehalten. Es beschreibt die langfristige SP-Haltung in zentralen Politikbereichen wie beispielsweise Verkehr, Bildung, Finanzen, Wohnen, Gemeindeentwicklung oder Umwelt und Energie. Die im Konzept aufgeführten Ziele und die entsprechenden Massnahmen sollen bis Ende 2008 auf allen politischen Ebenen aufgenommen und so weit als möglich umgesetzt werden sollen.

(car)